Der Ludwigsburger Bahnhof soll sein schmuddeliges Image loswerden und aufgewertet werden – innen wie außen.
Zugegebenermaßen sind Bahnhofsgebäude selten für ihre Schönheit bekannt. Auch Ludwigsburg reiht sich nicht in die Riege beeindruckender Bahnhofshallen von Antwerpen, Milano Centrale oder Paris-Nord. Zumindest etwas ansehnlicher – und weniger heruntergekommen – soll es aber zukünftig werden.
Rund 5000 Pendler und Besucher passieren täglich den Ludwigsburger Bahnhof, der damit zu den größten Mobilitätsdrehscheiben Baden-Württembergs gehört. Derzeit genießt er nicht den besten Ruf, es ist eng, in den vergangenen Jahren standen Flächen immer wieder leer, von der Polizei wird er als „gefährlicher Ort“ eingestuft. Die Dibag Industriebau AG will das Gebäude aus den 90ern nun zu einem „markanten Stadteingang und attraktivem Aufenthalts- und Durchgangsbereich“ entwickeln.
Mix aus Einzelhandel
Auf den rund 12.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche soll ein Einzelhandelsmix entstehen. „Die Mallzone im Erdgeschoss wird neu organisiert“, heißt es in einer Mitteilung. Seit Frühsommer 2025 befindet sich im ersten Geschoss auf rund 2000 Quadratmetern das Fitnessstudio Fitseveneleven. „Die Planung der weiteren Räumlichkeiten in den Obergeschossen wird aktuell geprüft und im Sinne der Mietanfragen verifiziert“, teilt die Dibag mit. Für das Reisezentrum der Deutschen Bahn im Erdgeschoss wird derzeit ein neuer Standort gesucht.
Aber auch von außen soll das Gebäude aufgewertet werden: Die Fassade wird energetisch saniert und erhält eine Fassade aus Glas und Stein.
„Zum anderen soll das Bahnhofsgebäude besser mit den umliegenden Verkehrsangeboten vernetzt werden“, heißt es von der Dibag. Im vergangenen Herbst hatte der Ludwigsburger Gemeinderat den Umbau des Zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB) einstimmig beschlossen. Die Stadt plant, eine übersichtliche und schnelle Verknüpfung von Fuß-, Rad-, Bus- und Bahnverkehr zu bieten. Neben Fahrrädern und Pedelecs sollen den Nutzern Carsharing und eCarsharing zur Verfügung stehen. Zudem sind ausreichend Radabstellanlagen und eine Aufwertung der Wartebereiche geplant.
Der ZOB-Umbau startet voraussichtlich im Sommer 2027 – durch die finanziellen Schwierigkeiten der Stadt später als ursprünglich geplant. Am 20. Mai beschloss der Gemeinderat, den städtischen Anteil von 20 Millionen Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität zu finanzieren. Bei der Sanierung des Bahnhofsgebäudes gibt es hingegen noch keinen Starttermin. Die Dibag arbeitet nun an der Detailplanung.