Auenwald wieder in Tourismusgemeinschaft Neues Biwaklager unter der alten Burg

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Nach einem früheren Austritt ist Auenwald ist jetzt wieder Mitglied der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald und verspricht sich davon mehr Gäste. Die Gemeinde punktet unter anderem mit grandioser Natur und der Kleinkunstbühne Gruschtelkammer.

Das Schloss Ebersberg  thront über Auenwald –es gehört der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg Foto: Gottfried Stoppel
Das Schloss Ebersberg thront über Auenwald –es gehört der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg Foto: Gottfried Stoppel

Auenwald - Auenwald macht wieder mit. Die rund 7000 Einwohner zählende Kommune hat jetzt eine Rolle rückwärts vollzogen. Sie war Mitte der 1990er-Jahre aus der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald ausgetreten. Damals ging es wohl um ein paar tausend D-Mark, die eingespart wurden, sagt der Bürgermeister Karl Ostfalk und schüttelt mit dem Kopf. Er war seinerzeit noch nicht im Amt. Seit Anfang des Jahres mischt die Gemeinde, deren Namen man auf älteren Landkarten vergeblich sucht, wieder mit – zurzeit beispielsweise auf der Stuttgarter Reisemesse CMT. Der Name Auenwald war im Zuge der Gemeindereform 1971 kreiert worden, damals schlossen sich die bis dato selbstständigen Gemeinden Oberbrüden, Unterbrüden, Lippoldsweiler und Ebersberg zusammen – nicht ganz freiwillig, sondern auch auf leichten Druck aus Stuttgart.

Karl Ostfalk sagt, seine Gemeinde koste die Mitgliedschaft rund 8300 Euro im Jahr. Auenwald aber werde ganz bestimmt profitieren. In der Fremdenverkehrsgemeinschaft kooperieren knapp zwei Dutzend Kommunen aus dem Raum Murrhardt. Gemeinsam, sagt Ostfalk, sei es leichter Aufmerksamkeit zu erreichen und ein Stückchen vom zurzeit boomenden Deutschlandtourismus abzubekommen. Er geht davon aus, dass es für die kleine Gemeinde mit den vergleichsweise wenigen Rathausmitarbeitern in Zusammenarbeit mit der Fremdenverkehrsgemeinschaft leichter wird, Fördergelder an Land zu ziehen und die lokalen touristischen Angebote „besser und professioneller“ zu vermarkten.

Eine Nacht kostenfrei ein kleines Zelt aufstellen

Punkten kann Auenwald unter anderem mit dem Schloss Ebersberg, das hoch über dem gleichnamigen Teilort thront. Die einstige Burg gehört heute der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg. Die imposante Immobilie kann für Feiern, Feste und Freizeiten von jedermann angemietet werden. Gleich unterhalb der mächtigen Burgmauern liegt eine Freizeitanlage mit Bolz- und Spielplatz, Schutzhütte und Grillstelle. Der Bürgermeister hat jetzt auf der CMT angekündigt, dass auf diesem Gelände spätestens im Sommer einen Biwakanlage eröffnet werden soll, auf der Wanderer übernachten können. Geplant sei eine einfache ebene Fläche, auf der die Gäste für eine Nacht kostenfrei ein kleines Zelt aufstellen dürfen, es werde ein barrierefreies Toilettenhäuschen geben sowie fließend Wasser.

Interessant könnte die Biwakanlage auch für jene Ausflügler sein, die den Rundwanderweg s’Äpple laufen, der auf knapp 90 Kilometern Länge einmal um die benachbarte große Kreisstadt Backnang herum führt. Wer Rast macht beim Schloss, der sieht, so weit das Auge reicht fast nur eines: Natur pur. Wald, Felder und Streuobstwiesen. Nur vereinzelt und weit weg sind größere Siedlungsflächen zu erkennen, größere Straße und Industriegebiete. Manche Ausflügler, die auf den Ebersberg gewandert sind, bezeichnen diesen idyllischen Flecken in Auenwald als die schwäbische Toskana.

Der höchste Mammutbaum Deutschlands

Ein echtes Highlight in Auenwald, sagt der Bürgermeister, sei der laut Recherchen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ höchste Mammutbaum Deutschlands, der stolze 56 Meter messe und mitten im Wald bei dem Weiler Utzenhof nördlich von Oberbrüden steht. Auf der Äpple-Route – zwischen Ebersberg und dem Mammutbaum – ist der Zwiebelberg, eine beliebte Freizeiteinrichtung mit dem Fort Laramie. Das Fort hat mehreren Holtürmchen und Klettergeräte. Über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist Auenwald wegen der Kleinkunstbühne Gruschtelkammer, die oft ausverkauft ist und auch große Namen anzieht – Pe Werner, Gernot Hassknecht und Konstantin Wecker waren schon da.