Pacific Crest Trail von Mexiko bis Kanada Ein Trip, den man nicht vergisst

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Der Musiker Dominik Büchele aus Kappel-Grafenhausen ist auf dem Pacific Crest Trail von Mexiko bis Kanada gewandert.

Augenweide für Naturfreaks: Wegen Ansichten wie die der  Kearsarge Lakes wagen sich Wanderer auf den Pacific Crest Trail. Foto: Brien Bower/AP Photo 5 Bilder
Augenweide für Naturfreaks: Wegen Ansichten wie die der Kearsarge Lakes wagen sich Wanderer auf den Pacific Crest Trail. Foto: Brien Bower/AP Photo

Kappel-Grafenhausen - Das wagt man wohl nur in jungen Jahren: 4279 Kilometer zu Fuß, mit Rucksack, Zelt und Schlafsack, durch unwirtliche Wüsten und über verschneite Berge. Der Pacific Crest Trail fordert die Wanderer heraus – Dominik Büchele hat diesen Pfad, den Menschen wählen, um entweder die Schönheit der Landschaft oder sich selbst zu entdecken, in Angriff genommen.

Viereinhalb Monate war er unterwegs, von der mexikanischen bis zur kanadischen Grenze. „Ich bereue keinen Schritt“, sagt Büchele und lächelt versonnen. Der 26-Jahre alte Musiker aus Kappel-Grafenhausen (Ortenaukreis) hat den Fernwanderweg im vergangenen Jahr mit seiner Freundin und einem Kumpel betreten. Nach einigen Etappen stieg die Freundin aus, die beiden jungen Männer setzten das Abenteuer allein fort.

„Ich habe meinen Eltern von unterwegs nicht alles erzählt, was passiert ist“, sagt Büchele. Oder vielmehr, was hätte passieren können. Denn der Rekordwinter in Amerika hatte seine Spuren auf den Gipfeln der Sierra Nevada – immerhin etliche Viertausender – hinterlassen. „Es gab noch so viel Schnee, wir haben zeitweise den Trail verloren“. Die Wanderer mussten sich per GPS orientieren. Die Hänge waren teils spiegelglatt. Und unten im Tal warteten weitere Gefahren: Die Schmelzwasserbäche waren im Sommer zu reißenden Flüssen angewachsen, die nur über umgestürzte Bäume zu überqueren waren.

Nur das Notwendigste dabei

Tagelang hatten die Wanderer mitunter keinen Kontakt zu anderen Menschen, sie ernährten sich in der Wildnis von Tütensuppen, Müsli-Riegeln und Haferflocken. Das Wasser aus Seen und Bächen musste gefiltert werden, die wenigen Gewässer, in der Mojave-Wüste zum Beispiel, wo Temperaturen von mehr als 45 Grad herrschten, waren oft verdreckt durch Tierkot. „Ich habe auf dem ganzen Weg Hunger und Durst gehabt. Jede Minute. Da half nur noch Musik über die Ohrstöpsel.“

Die Globetrotter vom mückenverseuchten Oberrhein mussten im Bundesstaat Oregon hautnah erfahren, dass ein paar „Rhinschnooge“ nichts sind im Vergleich zur Schnakenplage in den Wäldern der Cascade-Berge. Auch größere Tiere waren auf dem Trail ein Problem. Die Klapperschlangen hörte man immerhin schon von weitem rasseln und konnte ausweichen. Schwarzbären auf leisen Tatzen nicht. „Fünf Bären bin ich begegnet“, erzählt Büchele. Einem davon in einer Armlänge Entfernung. Der Bär war plötzlich aus dem Gebüsch getreten. „Ich hätte ihn streicheln können“. Vielleicht war das Raubtier ebenso überrascht wie der Mensch. Büchele ging kurzentschlossen langsam und pochenden Herzens weiter. Was der Bär tat, weiß er nicht. Er blickte sich nicht mehr um.

Wenig Zeit für Beschaulichkeit

Viel Zeit, um Wildziegen und Hirsche zu beobachten, hatten die Wanderer nicht. Die Tagesrouten waren lang: Zwanzig Kilometer zu Beginn, fünfzig am Ende. 16 Kilogramm verlor Büchele. „Schlafen, vor Sonnenuntergang loswandern, kurze Pausen, weitergehen, Abendessen, Schlafen im Zelt oder unter freiem Himmel.“ Das war der Rhythmus, bei Regen oder Sonnenschein. Als es im verschneiten Gebirge zu gefährlich wurde, fuhren die Abenteurer per Anhalter weiter, daher fehlen in der Gesamtbilanz rund 500 Kilometer.

Erst im Bundesstaat Washington, am Columbia River, wurde es wieder entspannt. „Die Landschaft dort ist grandios.“ Da wurde auch Bücheles Gitarre abgeholt, die aus wanderpraktischen Erwägungen vorausgeschickt worden war. Es gab fortan ab und zu wildwestliche Lagerfeuerromantik mit anderen Wanderern. Und manchmal hatte Büchele Zeit, ein paar Ideen für Songs zu notieren – für die neue CD seiner Band Umleitung, die im Frühjahr auf den Markt kommt.

Nach viereinhalb Monaten waren die Wanderer am Ziel, im Mannings-Park in Kanada. „Ich denke jeden Tag an die Tour“, sagt Büchele. „Aber ich freue mich auch noch jedes Mal über eine heiße Dusche.“

Auch aus dem Fernsehen bekannt

Badener
Dominik Büchele (26) ist in Herbolzheim geboren und wohnt in Kappel-Grafenhausen. Der Musiker ist bundesweit 2009 als Teilnehmer von „Deutschland sucht den Superstar“ bekannt geworden. Der Sänger und Songwriter hat in Freiburg Musik studiert und spielt und singt mit seinen Bands Umleitung und Rhinwaldsounds Lieder mit englischen und alemannischen Texten.

Route
Der Pacific Crest Trail von Mexiko bis Kanada ist mit 4279 Kilometern einer der weltweit bekanntesten Fernwanderwege. Er durchquert die Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington. Jedes Jahr wandern zigtausende von „Hikern“ einzelne Etappen, den ganzen Weg haben nach eigenen Angaben im Jahr 2016 rund 700 „Thru-Hiker“ geschafft.

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