Auf der A 8 bei Stuttgart Spezi-Einsatz für Leonberger Helfer: Hersteller trauert um Kisten voller Limo

Splitter, Scherben, Flaschen, Kästen: das THW Leonberg bei der Spezi-Aufräumaktion Foto: THW Leonberg

Das Technische Hilfswerk aus Leonberg ist dieser Tage zu einem denkwürdigen Einsatz ausgerückt: Es ging um Spezi, und zwar kistenweise. Nun reagiert die Firma aus Bayern.

Leonberg: Marius Venturini (mv)

Die Trauer ist offenkundig groß. „Wir mussten erst mal verdauen, was letzten Freitag passiert ist“, schreibt der Limo-Hersteller Spezi auf seinem Instagram-Kanal. Welch’ schlimme Dinge geschehen sind, zeigt das dazugehörige Foto: Kistenweise hatte sich am vergangenen Freitag das namensgebende Getränk aus einem Sattelzug-Auflieger über den Asphalt der Autobahn 8 kurz vor der Anschlussstelle Stuttgart-Möhringen verteilt. Scherben waren allüberall, groß das Drama – und ebenso die Verkehrsbeeinträchtigungen.

 

Voll im Einsatz bei der Beseitigung der Brause und der Flaschen-Überreste war das Technische Hilfswerk aus Leonberg (THW). Und dessen erfolgreiches Tun wirkt nun weit über den eigentlichen Schauplatz auf der A 8 hinaus. Denn der Unfall ging im Netz derart viral, dass auch die THWler selbst davon überrascht wurden.

Spezi meldet sich bei Leonberger THW – der Rest der Geschichte geht viral

Das kam so. „Spezi hat uns auf Instagram angeschrieben“, berichtet der Leonberger THW-Ortsbeauftragte Daniel Lok auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Limo-Hersteller aus Gersthofen (Landkreis Augsburg) war von Instagram-Nutzern markiert worden und reagierte prompt auf den einigermaßen großen Verlust: „Wir sind in Gedanken bei euch.“

Doch damit nicht genug. „Sie haben gefragt, ob sie unsere Fotos verwenden können“, berichtet Lok weiter. Das sei kein Problem gewesen – und so landeten die Aufnahmen des Leonberger THW auf der Spezi-Plattform im Netz, wo sie bislang tausendfach geklickt und geliked wurden. Ein augenzwinkerndes Lob gab’s von Spezi Höchstselbst: „Das THW Leonberg hat richtig was auf dem Kasten – danke für eure Unterstützung.“

Kommentiert wurde ebenfalls fleißig – abgesehen von den Sprüchen, die Spezi selbst noch auf Lager hatte: „Das Traurigste, was du je gesehen hast“, „Tempolimit erreicht“ oder „Wenn dir der Sprit zu früh ausgeht“. Ein Nutzer schreibt: „Ich hoffe, das ist nur mit KI erstellt.“ Ein anderer unterstellt scherzhaft: „Alles für die Reichweite.“ Auf der THW-Instagram-Seite heißt es unter anderem: „Mein Herz blutet“ und „Dat jute Spezi“ – allerdings freut sich auch so mancher: „Zum Glück kein Bier.“

Bleibt aber noch die Frage zu klären: Warum überhaupt verlor der Sattelzug seine zuckersüße, koffeinhaltige Fracht? Laut Daniel Lok verteilten sich immerhin knapp zehn der insgesamt 30 Limo-Paletten auf der Autobahn. „Der Lkw ist wohl an einer Baustelle an einem Verkehrssicherungs-Anhänger hängengeblieben und hat sich dabei die Plane aufgerissen“, so der Leonberger Ortsbeauftragte.

THW aus Leonberg und Neuhausen im Einsatz in Sachen Spezi

Also musste das THW beim Räumen ran: 14 Helfende kamen aus Leonberg, drei aus Neuhausen, mit fünf Fahrzeugen und einem Radlader. Sie sortierten noch volle, unbeschädigte Flaschen und packten sie in Kästen, auch noch intaktes Leergut fand seinen Platz. Abtransportiert wurde alles schließlich mit drei Lastern des THW, Ziel war die betroffene Spedition in Kornwestheim. „Den Rest hat dann die Kehrmaschine eines Dienstleisters übernommen“, sagt Lok, der mit seinem Team mehrere Stunden gebunden war.

Der nächste Großeinsatz in eigener Sache wartet schon auf das Leonberger THW: das traditionelle Maibockfest rund um die Unterkunft in der Mollenbachstraße 11, bei dem der Ortsverband in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert. Los geht’s an diesem Donnerstag, 30. April, um 17 Uhr, von 21 Uhr an spielt die Cover-Rockband The Rogues. Am Freitag, dem eigentlichen Maifeiertag, beginnt die Hocketse mit allerlei Programm um 10.30 Uhr.

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