Je näher die Wahl rückt und damit der Tag, an dem die Christdemokraten im Europaparlament eine Mehrheit für ihren Spitzenkandidaten Manfred Weber (CSU) organisieren müssen, der Nachfolger von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker werden soll, desto deutlicher wird: Für Weber, der eigentlich beste Chancen hat, wird Orban zum Mühlstein. Weber wird darauf angewiesen sein, Sozialdemokraten und Teile von Grünen und Liberalen an Bord zu holen, um für sich eine Mehrheit zu mobilisieren. Grüne und Sozialdemokraten werden ihm die Unterstützung verweigern, wenn er nicht klar mit Orban bricht. So schwer es auch fällt: Die Stimmen der Orban-Leute muss Weber schnell abschreiben, ansonsten kann er sich den Topjob in Brüssel abschminken.