„Auf gut Schwäbisch“-Stammtisch Der Dialekt macht vieles leichter

Von Torsten Schöll 

Sonja Faber-Schrecklein, die schwäbische Stimme des SWR-Fernsehens, war zu Gast beim 35. „Auf gut Schwäbisch“-Stammtisch in Stuttgart. Ein Abend mit großem Unterhaltungswert.

Im Mittelpunkt beim 35. „Auf gut Schwäbisch“-Stammtisch im Stuttgarter Zeppelinstüble: Sonja Faber-Schrecklein mit Moderator Tom Hörner. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Im Mittelpunkt beim 35. „Auf gut Schwäbisch“-Stammtisch im Stuttgarter Zeppelinstüble: Sonja Faber-Schrecklein mit Moderator Tom Hörner. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Keine Frage: Sonja Faber-Schrecklein kann die Leute wie kaum eine Zweite „zom Schwätza“ bringen. Das hat die bekannte SWR-Reporterin in unzähligen Ausgaben von „Landesschau Mobil“ und Hunderten von Fastnachtsumzügen im Land unter Beweis gestellt. Und klar: Dabei hilft ihr schwäbischer Dialekt enorm.

„Der Dialekt öffnet die Herzen“, sagt die sympathische Esslingerin beim „Auf gut Schwäbisch“-Stammtischam Donnerstagabend im Zeppelinstüble des Hotels Steigenberger Graf Zeppelin. Und wie das funktioniert, führt sie den Stammtisch-Besuchern eindrucksvoll vor: „Wisset Se“, sagt sie und zeigt auf ein langjähriges Stammtisch-Mitglied, „wenn i nochher frog, warum er emmer so a neds Göschle nohzoga hat, wenn er mi gsehe hot, dann sagt er viel scheenere Sacha, wie wenn i ihn in lupenreinem Schriftdeutsch fragen würde: ,Sagen Sie mal, Sie haben den Mund immer so verzogen.‘“ Das sorgt nicht nur bei Moderator Tom Hörner für herzhafte Lacher, sondern auch in der gesamten Stammtisch-Runde. „Der Dialekt“, schiebt Sonja Faber-Schrecklein hinterher, „macht vieles leichter.“

Eine Expertin in Sachen Mundart

Kein Wunder also, dass die beliebte Fernsehjournalistin das Programm für den Abend im Zeppelinstüble so ankündigt hat: „Ich kann nicht singen, ich kann nicht zaubern, ich habe kein Buch, aus dem ich lesen kann, ich bin einfach da und schwätz.“ Dass sie gut reden könne, habe ihr Berufsleben schon 36 Jahre lang getragen, erzählt sie. Dieser Berufsweg führte Sonja Faber-Schrecklein von der „Esslinger Zeitung“ über einen privaten Radiosender schließlich ab 1991 zum SWR. „Damals war der Dialekt ja noch verpönt“, sagt sie, die viel dazu beigetragen hat, dass die schwäbische Mundart heute auch im Fernsehen überhaupt präsent ist. Ganz am Anfang sei sie für die Wettervorhersage im Land unterwegs gewesen, erinnert sie sich. „In meiner ersten Woche war ich am Großen Heuberg, da bin ich mit dem dortigen Dialekt konfrontiert worden und habe erst einmal kein Wort verstanden.“

Heute, nach rund 30 Jahren, in denen sie praktisch ununterbrochen für das Fernsehen durch Baden-Württemberg getourt ist, ist Sonja Faber-Schrecklein längst Expertin in Sachen Mundart geworden.

Aber nicht nur das: Wer in Baden-Württemberg so viel herumkommt wie die 53-Jährige, kennt das Land natürlich wie die eigene Westentasche. Ihre liebste Gegend? „Einmal im Kreis rum“, sagt Faber-Schrecklein ganz diplomatisch. „Du hast hier die schöne Hohenloher Ebene, den welligen Kraichgau, den tiefen Schwarzwald, du hast die fruchtbare Rheinebene und in Oberschwaben das Land, wo Milch und Honig fließen.“ Sonja Faber-Schrecklein ist einfach ein Fan des ganzen Südwestens.

Engagement für die Deutsche Kinderkrebsnachsorge

Für manchen überraschend dürfte sein, dass Faber-Schrecklein, die viele aus dem Fernsehen als die Stimme und das Gesicht der schwäbisch-alemannischen Fastnacht kennen, privat mit der Narretei nach wie vor fremdelt: Sie betont, dass sie aus einer evangelischen Familie komme und mit der Fasnet nicht aufgewachsen sei. Dennoch ist der Respekt vor diesem Kulturgut bei der Moderatorin enorm: „Ich würde mir zum Beispiel nie anmaßen, ins Häs zu steigen.“

Auch diese Seite von Sonja Faber-Schrecklein ist in der Öffentlichkeit eher unbekannt: Denn die Moderatorin ist seit vielen Jahren Vorstand der Stiftung der Deutschen Kinderkrebsnachsorge und engagiert sich in der 1997 mit vielen Spenden errichteten Nachsorgeklinik Tannheim in Villingen-Schwenningen. „Ich trete oft kostenlos auf, aber bitte dann immer um Spenden.“ Und deshalb wirbt sie auch an diesem Abend dafür, im Förderverein der Stiftung Mitglied zu werden: „Für zwei Euro im Monat kann man so viel Gutes tun“, sagt sie. So helfe der Förderverein zum Beispiel bei der Finanzierung der Hippotherapie für kranke Kinder. Derzeit suche sie zum Beispiel für ein krankes Mädchen aus Sigmaringen einen Reitstall, der Therapien anbietet. „Wenn das der Förderverein nicht zahlen kann, zahle ich es zur Not aus meiner eigenen Tasche.“

So viel überzeugendes Engagement ist dem „Auf gut Schwäbisch“-Stammtisch am Donnerstagabend großen Applaus wert.

Das Spendenkonto für die Deutsche Kinderkrebsnachsorge ist bei der Sparkasse Schwarzwald-Baar, Konto 5000, IBAN DE41 6945 0065 0000 0050 00.

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