Auf Netflix: „Army of Thieves“ Schweighöfers Safeknacker-Coup

Matthias Schweighöfer in „Army of Thieves“ Foto: Netflix/Stanislav Honzik 18 Bilder
Matthias Schweighöfer in „Army of Thieves“ Foto: Netflix/Stanislav Honzik

Als deutscher Safeknacker Ludwig Dieter in „Army of Thieves“ ist Matthias Schweighöfer in den USA auf dem Weg zum Star. Mit einem Auftritt in der Talkshow von Jimmy Fallon hat er Amerika verzaubert.

Kultur: Bernd Haasis (ha)
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Stuttgart - Matthias Schweighöfer („You are wanted“, „Vaterfreuden“) könnte gelingen, was Til Schweiger lange versucht hat: Er ist dabei, in den USA zum Filmstar werden – und zwar auch als Regisseur. Amerikanische Kritiker verglichen ihn bereit mit Wes Anderson und Martin Scorsese, verkündet der US-Starmoderator Jimmy Fallon, in dessen „Tonight Show“ Schweighöfer am 28. Oktober zu Gast war.

Schweighöfer vergleicht sich mit Timberlake

„Ich könnte Wes Matthias Scorsese sein“, witzelt der Deutsche schlagfertig mit seinem gewinnenden Jungengrinsen und einem leichten deutschen Akzent, den viele Amerikaner lieben. Fallon offenbart deutsche Wurzeln in „Bremmen“, Schweighöfer korrigierte: „Breeemen“. Fallon zitiert einen unbescheidenen Satz Schweighöfers: „They call me the Justin Timberlake of Germany“ – und auch hier kriegt der Deutsche die Kurve, nach einer gemeinsamen Tanzeinlage („I’m a shy dancer“) liegt Amerika Schweighöfer zu Füßen.

Anlass für den Auftritt Gespräch ist der Netflix-Film „Army of Thieves“, die Vorgeschichte zum komödiantischen Zombie-Thriller „Army of the Dead“ (ebenfalls 2021). Darin spielte Schweighöfer unter der Regie von Zack Snyder erstmals den liebenswert ungelenken deutschen Safeknacker Ludwig Dieter, der während einer Zombie-Apokalypse einen Casino-Raub plant, an seiner Seite Schauspielkollegen wie Dave Bautista („Guardians of the Galaxy“).

Schweighöfer hat die Vorgeschichte selbst inszeniert

Die Vorgeschichte nun, „Army of Thieves“, stammt aus der Feder von Zack Snyders Co-Autor Shay Hatton, diesmal aber hat Schweighöfer sie selbst inzeniert. Er erzählt die Geschichte, wie der kleine deutsche Bankangestellte Ludwig Dieter von einer Räuberbande entdeckt wird, die Online auf eines seiner Hobby-Safeknacker-Videos stößt – sie sind seine ersten Zuschauer überhaupt.

Das Ziel: Die vier legendären Tresore eines gewissen Hans Wagners zu knacken, die heißen wie die vier Teile von Richard Wagners Opernzyklus „Der Ringe des Nibelungen“. Die Zombies wüten schon in der Ferne in den USA und sind nur auf Fernsehbildschirmen zu sehen, in Europa ist es noch ruhig, während die Gang an Schauplätzen wie Prag und St. Moritz ans Werk geht, die Safes „Rheingold“, „Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ zu knacken – was natürlich nur ein Deutscher schaffen kann.

Eine anmutige Britin verliebt sich in den seltsamen Deutschen

Tatsächlich kann ein wenig an Anderson erinnern, wie Schweighöfer der Alten Welt eine geschmackvoll stilisierte, märchenhafte Anmutung gibt. Während Ludwig Dieter mit dem Ohr am Stahl dem Klang des Reglers lauscht, zeigt die Kamera die Mechanik der Tresore aus der Nähe, Zahnräder und Bolzen, die ineinandergreifen, sobald er eine Zahl richtig hat. Das wiederum erinnern an das Uhrwerk in Scorseses „Hugo Cabret“.

Schweighöfers Figur wandelt sich vom naiven jungen Mann zum leicht überdrehten Gauner, der komödiantische Ton ist leicht, und es kommt Liebe ins Spiel. Die Britin Nathalie Emmanuel, bekannt aus „Game of Thrones“ und „Fast and Furious“, spielt eine sagenhaft anmutige Verbrecherin namens Gwendoline, deren Herz sich bald dem seltsamen Deutschen zuneigt. Schweighöfer gibt seiner deutschen Kollegin Ruby O. Fee („Als wir träumten“) eine verdiente Chance, und sie brilliert als sarkastische Hackerin. Ein gewisser Stuart Martin spielt einen Action-Star-Imitator mit kurzer Lunte mit dem Künstlernamen Brad Cage, wie Brad Pitt und Nicolas Cage – womit der Humor des Films gut umschrieben wäre.

Schweighöfer imitiert Will Smith

Bei Fallon erzählt Schweighöfer von seiner ostdeutschen Herkunft – er wurde 1981 in Anklam an der Ostsee geboren – und wie fasziniert er nach dem Mauerfall von Amerika gewesen sei. Die Serie „Der Prinz von Bel Air“ sei für ihr die Initialzündung gewesen, sagt er, imitiert kurz sehr gewitzt deren Hauptdarsteller Will Smith und verkündet: „I startetd to dream big and here we are“.

Das ist selbst der abgebrühte Fallon ein wenig sprachlos. „There’s a new kid in town“, ruft im Film die Schiedsrichterin eines Tresorknacker-Wettkampfes, und Fallon greift den Satz auf: „That’s right, there’s a new kid in town: Matthias Schweighöfer!“




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