Archäologie Versunkene Schätze in Deutschland

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Im zehnten Jahrhundert formte Dänen-König Harald Blauzahn Dänemark zu einem einheitlichen Reich. Auf der Insel Rügen haben Archäologen jetzt ein Schatz mit königlichen Silbermünzen entdeckt. Es ist nicht der einzige legendäre Hort, der die Fantasie von Schatzsuchern beflügelt.

In einem Acker auf Rügen sind Archäologen auf einen wertvollen Silberschatz aus dem späten zehnten  Jahrhundert gestoßen. Foto: dpa 11 Bilder
In einem Acker auf Rügen sind Archäologen auf einen wertvollen Silberschatz aus dem späten zehnten Jahrhundert gestoßen. Foto: dpa

Schaprode/Rügen - Der Silberschatz, den Archäologen auf der Ostseeinsel Rügen auf einem Acker gefunden haben, ist nur eine der Kostbarkeiten, die in Deutschlands Boden ruhen. Die Münzen, Ringe, Armreife, Fibeln und Perlen stammen aus der Zeit des Dänenkönigs Harald Blauzahn. Sie wurden zwischen 980 und 990 in der Nähe eines Hügelgrabs aus der Bronzezeit vergraben. Damals hielt sich der erste christliche König Dänemarks auf der Flucht vor seinem Sohn in dieser Gegend auf.

Vergrabene Schätze der Wikinger

Insgesamt bargen die Archäologen beim Ort Schaprode auf einer Fläche von 400 Quadratmetern rund anderthalb Kilogramm Schmuck und Münzen. Rund 100 der insgesamt 600 teilsweise mit Kreuzen verzierten Münzen hatte König Harald I., der von 910 bis 987 lebte, prägen lassen.

Der Wikinger Harald, der die dänischen Stämme einte und Norwegen eroberte, konvertierte 960 zum Christentum und ließ sich taufen. Im Streit mit seinem Sohn Sven Gabelbart floh er kurz vor seinem Tod um 987 über die Ostsee und könnte auch den Schatz bei Schaprode vergraben haben. Zumal fast nebenan auf der Insel Hiddensee 1872 der berühmte Goldschatz von Hiddensee gefunden wurde, den die Experten eindeutig Haralds Hofstaat zuordnen.

Vergebliche Suche nach dem Nazi-Raubgold

Aber auch die jüngere Vergangenheit hat für Schatzsucher einiges zu bieten – wie beispielsweise den angeblichen Nazi-Goldschatz. Dabei soll es sich um Wert- und Vermögensgegenstände handeln, welche die Nationalsozialisten vor allem jüdischen Bürgern, die in die Konzentrationslager deportiert wurden, geraubt hatten.

Der Verbleib des Raubgoldes ist bis heute ungeklärt. Angeblich soll Adolf Hitlers Privatsekretär Martin Bormann das Raubgold in den letzten Kriegstagen im Toplitzsee im österreichischen Salzkammergut beziehungsweise im Walchensee bei Bad Tölz im oberbayerischen Mittenwald versteckt haben. Vergeblich suchten Taucherteams im Jahr 2000 im Toplitzsee und 2013 im Stolpsee im Norden Brandenburgs nach den versunkenen Schätzen.

Nicht viel besser erging es zwei Hobbyforschern, die im August 2016 in einem alten Eisenbahnstollen zwischen Walbrzych (Waldenburg) und Wroclaw (Breslau) in Polen gruben. Hier soll ein deutscher Panzerzug mit Nazi-Gold aus dem Zweiten Weltkrieg verschüttet liegen, in dem die Nationalsozialisten Raubgut vor der Sowjet-Armee versteckt haben sollen.