Erleichtertes Aufatmen bei den Stadtwerken Fellbach: Zerstörte Dachelemente an der Anlage im Stadtteil Schmiden wurden in Rekordzeit erneuert.

Gute Nachrichten aus dem Grenzgebiet der Fellbacher Stadtteile Schmiden und Oeffingen: Die am 21. Juli dieses Jahres in Brand geratene Biogasanlage ist mittlerweile repariert, vollständig aufgebaut und inzwischen auch wieder am Netz.

 

Damit haben die Stadtwerke Fellbach (SWF) fünf Monate nach dem Feuer an der Biogasanlage in Schmiden, das am frühen Nachmittag des 21. Juli bei Wartungsarbeiten ausgebrochen war, den Betrieb wieder aufgenommen. Die bei der Verpuffung zerstörten Dachelemente wurden in Rekordzeit erneuert, die Anlage wurde jetzt technisch auf den aktuellsten Stand gebracht.

SWF-Geschäftsführer: „Es war ein Schock für uns alle“

Der SWF-Geschäftsführer Gerhard Ammon erklärt dazu: „Der Brand an unserer Biogasanlage war ein Schock für uns alle.“ Wie ein Feuerwehrsprecher direkt nach dem Vorfall berichtete, hatte sich unter der Abdeckplane an den Seiten hochbrennbares und gefährliches Schwefelgas gesammelt. „Es bestand die Gefahr, dass dieses Gas sich unter Sauerstoffzufuhr sofort mit großer Hitze entzündet und freigesetzt wird.“

Beim Löscheinsatz halfen zudem zwei Landwirte, die auf Anhängern mehrere zehntausend Liter Wasser in die Nähe der Biogasanlage brachten. Oberbürgermeisterin Gabriele Zull lobte den Feuerwehreinsatz wenige Tage später im Gemeinderat als „hochprofessionell“ und „vorbildlich“.

Geschäftsführer Ammon sagt nun mit circa 160 Tagen Abstand: „Unsere Erleichterung, dass wir nun nach so kurzer Zeit wieder in Betrieb gehen können, ist kaum in Worte zu fassen.“ Sein Dank gelte allen, die mit großem Einsatz dazu beigetragen haben, dass die Anlage nun wieder vollständig aufgebaut ist.

Damit ist die Biogasversorgung des Friedensschulzentrums in Schmiden, der Schillerschule und der Sporthalle in Oeffingen sowie die Wärmeversorgung der angrenzenden landwirtschaftlichen Betriebe wieder gesichert. Auch die drei angeschlossenen Blockheizkraftwerke (BHKW) erzeugen erneut Strom und Wärme für das lokale Netz.

Fellbacher Feuerwehrmänner löschen die Biogasanlage von oben. Foto: Ernst (Feuerwehr)

Noch ausstehend sind kleinere Arbeiten im Außenbereich, etwa die Wärmedämmung und Holzverkleidung der Anlagenteile sowie die Ergänzung der Beschilderung. Diese Restarbeiten sollen im Frühjahr 2026 abgeschlossen werden.

Die zügige Wiederinbetriebnahme wurde durch die hervorragende Zusammenarbeit vieler Beteiligter ermöglicht – darunter Versicherung, Behörden, Sachverständige, der Anlagenbetreiber, Fellbacher Landwirte, ortsansässige und bundesweit tätige Fachfirmen, langjährige Partnerunternehmen sowie Fachingenieure und das SWF-Team mit seiner Geschäftsführung.

Im Zuge des Wiederaufbaus haben die SWF verschiedene Modernisierungen vorgenommen. So wurde beispielsweise die Wetterschutzfolie der Dächer nicht nur erneuert, sondern in einer neuen, lichtgrauen Ausführung installiert, die nun einen noch höheren sicherheitstechnischen Standard bietet.

Kurz nach dem Brand hatten Anwohner aus Schmiden und Oeffingen über Gestank geklagt. Dieser entstand durch offene Gärrestlagerbehälter, die nicht richtig abgedeckt werden konnten. Der Geruch werde leider vor allem in den Abendstunden durch Fallwinde zusätzlich in Richtung Norden weitergetragen, so die Stadtwerke.

Gestank waberte bis nach Oeffingen

Ammon räumt ein: „Im Nachgang des Brandes kam es leider zu zeitweiligen Geruchsbelästigungen in Schmiden und Oeffingen.“ Und: „Dafür möchte ich mich bei allen Betroffenen ausdrücklich entschuldigen und danke für die Geduld der Anwohnerinnen und Anwohner.“

Die Biogasanlage läuft inzwischen wieder im Regelbetrieb – nach Angaben der Stadtwerke Fellbach „zuverlässig und unauffällig wie all die Jahre zuvor“.