Aufräumaktion in Bad Cannstatt Müllsammeln, statt im Bierzelt zu sitzen

Von Julia Schenkenhöfer 

Während Tausende auf den Wasen zum letzten Wochenende des Cannstatter Volksfests strömten, befreiten rund 25 Freiwillige am Samstag den Bereich rund um den Bahnhof in Cannstatt von Müll.

Die Zigarettenstummel werden gesammelt und an TobaCycle, einem System, das aus Zigarettenkippen Aschenbecher herstellt, übergeben. Foto: Lichtgut/Metehan Demirkaya 5 Bilder
Die Zigarettenstummel werden gesammelt und an TobaCycle, einem System, das aus Zigarettenkippen Aschenbecher herstellt, übergeben. Foto: Lichtgut/Metehan Demirkaya

Stuttgart - Hier knallt ein Sektkorken, dort zerschmettert eine Bierflasche: Vor dem Bahnhof in Bad Cannstatt war dieses Wochenende einiges los. Doch zwischen die Besucher des Volksfests mischen sich am Samstagnachmittag auch rund 25 Menschen mit orangenen Eimern, Greifzangen und Handschuhen. Ihre Mission: den Müll rund um Ausgang des Bahnhofs aufsammeln. „Plastik gehört einfach nicht auf die Straße, denn es würde für immer auf dem Boden bleiben. Das ist nicht gut für die Umwelt und die Tiere“, erklärt Chiara Ficano vom Cleanup Netzwerk, das die Aktion initiierte.

Zigarettenstummel werden zu Aschenbechern

Besonders im Fokus stehen bei den freiwilligen Müllsammlern heute Zigarettenstummel. „Ein Filter besteht aus Plastik und kann sich nicht zersetzen“, erklärt Ficano. Die aufgesammelten Kippen geben die Freiwilligen dann an TobaCycle, einem Sammelsystem für Zigarettenkippen das daraus Aschenbechern herstellt, weiter. Eine der Freiwilligen, die heute dafür sorgt, dass möglichst viele Abfälle gesammelt werden, ist Celine Klein aus Beutelsbach. Die 22-Jährige und ihr Freund machen das erste Mal bei einer Aktion des Cleanup Netzwerks mit. Ekel empfindet Klein dabei den Müll anderer aufzusammeln, nicht. Im Gegenteil: „Ich kann den Müll einfach nicht mehr sehen und herumliegen lassen“, sagt die junge Frau. Dabei ist allen Anwesenden heute aber auch wichtig zu zeigen, dass sie niemanden zu etwas zwingen möchten „Es hilft schon, wenn die Menschen ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass Müll nicht auf den Boden gehört“, so Ficano.

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