Aufregung in Stuttgart-Plieningen So geht es weiter mit den unerwünschten Honigbienen

Von einer Wiese bei Stuttgart-Plieningen sollen Bienenkästen verbannt werden. Die Honigbienen gefährden laut Stadt die Artenvielfalt. Nun reagiert der Bürgermeister auf eine Geschichte, die viele nicht verstehen.

Elisabeth Breining, Eberhard Wulle und Hermann Breining verstehen die Welt nicht mehr. Foto: Sägesser
Elisabeth Breining, Eberhard Wulle und Hermann Breining verstehen die Welt nicht mehr. Foto: Sägesser

Hohenheim - Die Berichterstattung unserer Zeitung über die illegalen Honigbienen im Naturschutzgebiet Weidach-Zettachwald hat den Bürgermeister Pätzold noch am selben Tag veranlasst, per Pressemitteilung Stellung zu beziehen.

Wie berichtet, verstehen Leute aus Plieningen die Welt nicht mehr: Die Honigbienen, die dort seit 40 Jahren ein- und ausfliegen, müssen weg. Frist endet am Montag, 7. Mai. Die Tiere schaden der Natur, heißt es grob übersetzt in einem Brief des Amts für Umweltschutz an Elisabeth Breining, der eine Wiese im Naturschutzgebiet zwischen Plieningen und Möhringen gehört. Der Hobby-Imker Eberhard Wulle hat dort seit Jahrzehnten seine Schwärme stehen. Der Rausschmiss kam unerwartet und prompt. So hat es auch Peter Rosenkranz, der Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim , wahrgenommen. Er hofft auf Lösungen.

Der Schutz ist rechtlich vorgeschrieben

Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, hat sich nun in einer Pressemitteilung zur Sachlage erklärt: „Der Erhalt der Artenvielfalt ist der Stadt Stuttgart sehr wichtig. Dies gilt vor allem für Naturschutzgebiete, wie dem Weidach-Zettachwald in Stuttgart-Plieningen. Hier leben mehrere Arten von Wildbienen, deren Schutz rechtlich streng festgeschrieben ist“, heißt es in der Mitteilung. „Die Konkurrenzsituation, insbesondere bei der Nahrung, müssen wir entschärfen. Deswegen müssen die Kästen der Honigbienen, die bislang an fünf Standorte standen, entfernt werden“, sagt Pätzold. „Dies hat auch rechtliche Gründe. Ich bedauere es, wenn es hier im Verfahren zu Misstönen gekommen ist.“ Zwei der Imker sind der Forderung der Stadt (Stand Freitag) nachgekommen. Den anderen soll bei der Suche eines Alternativ-Standorts geholfen werden. Die Kommunikation ist laut Pätzold nicht rund gelaufen. „Wir hätten früher und ausführlicher informieren können, und vielleicht hätte ein direktes Gespräch manches ausräumen können.“

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