Die Staatsanwaltschaft wird kein Ermittlungsverfahren gegen Maccabi-Fans aufgrund von Schmähgesängen in Stuttgart einleiten. Wie sie den Schritt begründet.

Digital Desk: Sascha Maier (sma)

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wird kein Ermittlungsverfahren gegen Fans des israelischen Fußballvereins Maccabi Tel Aviv, die sich im Dezember 2025 anlässlich eines Duells in der Europa-League in Stuttgart aufhielten, einleiten. Dies sei entschieden worden, nachdem „sich keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für strafbares Verhalten ergaben“, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

 

Anlass anfänglicher Ermittlungen waren Videos von Maccabi-Fans, die in sozialen Medien geteilt und diskutiert wurden. Es standen Spekulationen im Raum, wonach die aufgezeichneten Gesänge die Grenzen üblicher Ultra-Fan-Lieder überschritten hätten und rassistische, palästinenserfeindliche Textzeilen enthalten könnten. Da die Gesänge auf hebräisch waren, waren Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst auf präzise Übersetzungen angewiesen.

Kein strafbares Verhalten nachzuweisen

Diese ergaben offenbar, dass den Gästefans kein strafbares Verhalten nachzuweisen ist. Zuvor kursierten Übersetzungen im Netz, wonach die Texte araberfeindlich gewesen sein sollen – andere Übersetzungen widersprachen dem.

Ganz ohne Folgen blieben die Gesänge für Maccabi Tel Aviv und die Fans allerdings nicht, auch wenn die Staatsanwaltschaft den Fall zu den Akten legt. So hatte die Uefa den Klub bereits im vergangenen Jahr zu einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro verurteilt – aufgrund der Fangesänge.

Das Hochrisikospiel in Stuttgart sicherten Tausende Einsatzkräfte der Polizei. Rein sportlich betrachtet ging der Abend aus Sicht der Schwaben erfreulich aus. Der VfB Stuttgart gewann klar mit 4:1.