Der Plieninger Mark Peter Orts ruft seine Mitbürger auf, sich kreativ für die Veränderung des Bezirks einzusetzen.
Plieningen - Mark Peter Orts hält große Stücke auf Joseph Beuys. Der 1986 verstorbene Zeichner, Bildhauer und Kunstprofessor war der Ansicht, dass jeder Mensch ein Künstler ist. „Dann ist auch jeder Plieninger ein Künstler“, sagt Mark Peter Orts. Weil dies aber nicht jeder von sich sagen würde, möchte der 47-Jährige nachhelfen. Doch dazu müssen die Plieninger zu ihm kommen, zu ihm in die frühere Galerie Tausendsassa an der Filder-hauptstraße. Zum einen zeigt er dort historische, zeitgenössische und abstrakte Postkartenansichten von Orten in Stuttgart und der Region, sie sollen die Menschen inspirieren und informieren. Zum anderen will Mark Peter Orts die Plieninger ermuntern, sich Gedanken über ihren Bezirk zu machen, darüber, was sich in Plieningen ohne großen Aufwand verändern ließe.
Mark Peter Orts will dabei auf keinen Fall mit der Stadt Stuttgart konkurrieren. Die Verwaltung ruft die Bürger zurzeit bekanntlich dazu auf, ihre Ideen fürs zukünftige Plieningen vorzubringen (siehe Kasten im Anschluss an diesen Text). Die Stadt kümmere sich eher um die nüchterne Seite dieser Veränderung, sagt Mark Peter Orts. Er hingegen will kreative, künstlerische Impulse geben. Einen besseren Zeitpunkt gebe es dafür kaum. „Jetzt ist das Eisen gerade im Feuer“, sagt er. „Die Bürgerbeteiligung der Stadt ist ein guter Aufhänger.“
Dass sich Mark Peter Orts zur Verschönerung Plieningens berufen fühlt, dürfte sich nicht jedem Alteingesessenen auf Anhieb erschließen. Der Pfälzer lebt seit gerade mal vier Jahren im Bezirk. Mark Peter Orts selbst sieht allerdings eher Vorteile in seinem Außenseiter-Dasein. Ein Zugezogener könne viel eher sticheln und Unangenehmes ansprechen als einer, den im Flecken jeder kenne.
Die Lebensader des Bezirks ist für Mark Peter Orts die Filderhauptstraße, hier gibt es für ihn am meisten zu tun. Dass immer wieder Läden schließen und keine neuen nachkommen, stimmt ihn traurig. Sicherlich nicht zuletzt deshalb, weil er mit seiner Geschäftsidee selbst gescheitert ist. Er hat in der Galerie Tausendsassa – in der er nun noch mal ausstellt – einen Flohmarktladen betrieben. Im April musste er mangels Umsatz schließen. „Auch in Plieningen steckt Potenzial, man muss es nur wachrütteln“, sagt er. „Man muss die Marke Plieningen mehr ins Bewusstsein holen.“ Andernfalls interessiere sich in zehn bis 15 Jahren niemand mehr für Plieningen, wie er sagt. „Aber man kann nur etwas in Gang bringen, wenn man kein Bedenkenträger ist.“