Aufruf zum Vatertagsmarkt Grafenau Grafenau sucht Freiwillige für Fahrzeugsperren
Ein öffentlicher Aufruf der Gemeinde Grafenau lässt aufhorchen: Für den Vatertagsmarkt werden Freiwillige gesucht, die zur Sicherung von Zufahrten Fahrzeuge besetzen.
Ein öffentlicher Aufruf der Gemeinde Grafenau lässt aufhorchen: Für den Vatertagsmarkt werden Freiwillige gesucht, die zur Sicherung von Zufahrten Fahrzeuge besetzen.
An Christi Himmelfahrt verwandelt sich der Grafenauer Ortsteil Döffingen wieder in eine große Volksfestmeile. Rund 25 000 Menschen besuchen jedes Jahr den traditionellen Vatertagsmarkt, der sich von der Ortsmitte bergaufwärts über die Maichinger Straße und weiter in ihre Abzweige erstreckt. Um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten, greift die Gemeinde in diesem Jahr zu einer außergewöhnlichen Maßnahme: Per öffentlichem Aufruf werden Ehrenamtliche gesucht, die an den Zufahrten Fahrzeuge besetzen – und gegebenenfalls ganz schnell wegfahren können.
Neben dem Ehninger Pfingstmarkt gilt der Vatertagsmarkt als eine der größten Festveranstaltung im Kreis Böblingen. Die Mischung aus großer Hocketse und Krämermarkt dehnt sich auf ein größeres Gebiet aus. Mehrere Straßen müssen deshalb gesperrt werden. Feuerwehr, Rotes Kreuz und weitere ehrenamtliche Kräfte sowie Polizei, Bauhofteam und andere hauptamtliche Gemeindemitarbeiter werden an diesem 29. Mai im Einsatz sein.
Dennoch ist die Gemeinde auf Hilfe angewiesen. Ein Aufruf im Gemeindeblatt und in den sozialen Netzwerken verweist auf das Sicherheitskonzept, das an allen Zugängen zum Marktgelände Fahrzeugsperren vorsieht. Diese müssen laut Verwaltung jederzeit besetzt sein, weswegen man Freiwillige suche, die jeweils eine Drei-Stunden-Schicht übernehmen würden. „Ihre Aufgabe besteht darin, das Fahrzeug zu besetzen und im Falle eines Notfalls den Zugang zum Markt für die Einsatzkräfte sicherzustellen“, heißt es in dem Aufruf.
In einer Zeit, in der Autos als Anschlagswaffe zum Einsatz kommen können, bedeuten solche Veranstaltungen für die Organisatoren eine enorme Herausforderung. Der Weihnachtsmarkt in Magdeburg, die Ver.di-Demo in München, der Fasnachtsmarkt in Mannheim – in Deutschland gab es zuletzt immer wieder Amokfahrten mit zahlreichen Opfern. Nicht zuletzt aus diesem Grund haben Städte und Gemeinden ihre Sicherheitskonzepte verschärft.
Ähnlich wie jetzt Grafenau hatte auch das Ordnungsamt in Ehningen beim dortigen Fasnetumzug im März auf Kleintransporter vom Bauhof und von der Firma Sehne als Fahrzeugsperren gesetzt. Zuletzt gab es auch bei den Maibaumfesten im Kreis deutlich sichtbare Maßnahmen. In Dagersheim sicherten beispielsweise Betonsperren die Zufahrt zum Dorfplatz, der Maibaum wurde sicherheitshalber schon am Vortag aufgestellt.
„Das ist nun mal die Realität heute. Mittlerweile braucht es Sicherheitskonzepte für jede Veranstaltung“, sagt Grafenaus Bürgermeister Martin Thüringer (parteilos). „Das große Feuerwehrauto stand zuletzt auch nicht nur zur Dekoration dort“, spielt der Rathauschef auf die Maibaumhocketse am Dätzinger Rathausplatz an, bei der ein großes Fahrzeug die Menschen vor einem möglichen Angriff über die Ortsdurchfahrt aus Richtung Ostelsheim abgeschirmt hätte.
Über Details zum Sicherheitskonzept für den Vatertagsmarkt will Bürgermeister Thüringer lieber nicht sprechen. Schließlich will sich die Gemeinde bei der Einsatztaktik nicht in die Karten schauen lassen. „Aber klar ist, dass wir Unterstützung brauchen“, sagt der Bürgermeister, der beim Vatertagsmarkt selbst eine Schicht übernehmen will. Schließlich gehe es nicht nur darum, mögliche Angriffe abzuwehren. „Es kann ja auch auf dem Gelände etwas passieren, dann müssen Notarzt oder Feuerwehr ganz schnell durchkommen“, erklärt Thüringer.
Wer die Organisatoren des Vatertags unterstützen möchte, sollte über 18 Jahre alt sein und einen Führerschein der Klasse B besitzen. Die Anmeldung (mit Angabe der bevorzugten Schicht) erfolgt per Mail an die Adresse s.guenther@gemeindegrafenau.de oder unter der Telefonnummer 0 70 33/ 40 311. Die Fahrzeuge für die Sperren stellt die Gemeinde. Als Aufwandsentschädigung gibt es eine Ehrenamtspauschale.