Globaler Klimastreik Umweltschützer appellieren an künftige Regierung

Amnesty International fordert von der künftigen Bundesregierung eine menschenrechtskonforme Klimapolitik. (Archivbild) Foto: dpa/Christoph Schmidt
Amnesty International fordert von der künftigen Bundesregierung eine menschenrechtskonforme Klimapolitik. (Archivbild) Foto: dpa/Christoph Schmidt

Anlässlich des globalen Klimastreiks von Fridays for Future am Freitag rufen verschiedene Organisationen zur Teilnahme daran auf.

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Berlin - Kurz vor dem globalen Klimastreik und der Bundestagswahl fordern immer mehr Stimmen eine konsequente Klimapolitik. Die künftige Bundesregierung müsse entschieden handeln, um die Erderwärmung durch den menschengemachten Klimawandel im Einklang mit dem Pariser Abkommen auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, teilten etwa Brot für die Welt und Diakonie am Mittwoch gemeinsam mit.

Unter dem Motto #AlleFürsKlima riefen sie zur Teilnahme an dem von Fridays for Future initiierten weltweiten Klimastreik am Freitag auf. Geplant sind dabei rund um den Globus Demonstrationen für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit.

Hunger und Dürre

Das Jahr 2021 sei geprägt von klimabedingten Schäden und Verlusten auf der ganzen Welt, erklärten die beiden Organisationen. Beispielhaft wurden die Hungersnot in Madagaskar, Dürreperioden in Ostafrika, brennende Wälder in Kalifornien und Südeuropa sowie verheerende Fluten im Westen Deutschlands und in New York genannt. Für viele Menschen im Globalen Süden sei die Klimakrise schon länger bittere Realität.

„Wir können nicht weiter auf Kosten der Länder im Globalen Süden und der jüngeren Generation leben. Deutschland ist bisher kein Vorreiter für Klimagerechtigkeit“, kritisierte die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks Brot für die Welt, Dagmar Pruin. „Die nächste Bundesregierung muss sich ihrer Verantwortung stellen und Maßnahmen für drastische Emissionsminderung in Deutschland einleiten.“

Klimasanierung in Häusern

Außerdem müssten Länder des Globalen Südens stärker dabei unterstützt werden, die Klimakrise zu bewältigen und erneuerbare Energiesysteme aufzubauen. Dafür sei eine Verdopplung der deutschen Klimafinanzierung bis 2025 notwendig.

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie mahnte dazu, Klimaschutz sozial zu gestalten und Energie-, Sozial- und Wirtschaftspolitik zusammen zu denken. „Das sind die zentralen Aufgaben der nächsten Bundesregierung“, sagte Lilie. Aus der ökologischen Wende dürften keine neuen sozialen Verlierer hervorgehen. Wohnen müsse trotz Klimasanierung bezahlbar sein. Die durch eine CO2-Steuer entstehenden höheren Kosten müssten sozial abgefedert werden.

Menschenrechte bedroht

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte von der künftigen Bundesregierung eine menschenrechtskonforme Klimapolitik. Alle Parteien müssten ihrer Verpflichtung nachkommen, die globale Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen, hieß es. Die Klimakrise bedrohe die Menschenrechte von Millionen Menschen - und ganz unmittelbar auch die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte und Lebensgrundlagen vieler Gemeinschaften. Die Folgen der Krise verstärkten bestehende Ungleichheiten und Diskriminierungen.

Auch Amnesty rief dazu auf, an dem globalen Klimastreik teilzunehmen. Zuvor hatten unter anderem bereits evangelische Landeskirchen, katholische Bistümer und Bischöfe sowie ökumenische Initiativen dazu aufgerufen. Die ökumenische Initiative Christians for Future übergab vergangene Woche an Kirchenvertreter in 30 Orten in Deutschland ein Zwölf-Punkte-Papier, in dem sie auch mehr Einsatz der Kirchen für den Klimaschutz fordert.




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