Aufsichtsrat der DHBW Top-Manager soll Duale Hochschule voranbringen

Der Dualen Hochschule vielfach verbunden: Südwestmetall-Vorsitzender Stefan Wolf Foto: AFP/SEBASTIAN GOLLNOW

Wer folgt auf Daimler-Vorstand Porth als Co-Chef des Aufsichtsrats der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW)? Im Gespräch ist der neu in das Gremium eingezogene Manager und Chef des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Stefan Wolf.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Andreas Müller (mül)

Stuttgart - Der Präsident des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Stefan Wolf, ist als neuer Co-Aufsichtsratsvorsitzender der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) im Gespräch. Er würde in dieser Funktion auf Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth folgen, der nicht wieder kandidiert hatte. Der 58-jährige Wolf, hauptberuflich Vorstandschef des Autozulieferers Elring-Klinger, war Ende 2019 neu in den Aufsichtsrat eingezogen. Alleinige Vorsitzende ist derzeit Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne). Es soll aber wieder eine Doppelspitze geben, sagte ein Sprecher Bauers; der oder die neue Co-Vorsitzende werde in der nächsten Sitzung gewählt.

 

Wolf teilte auf Anfrage mit, er werde Entscheidungen des Gremiums nicht vorgreifen. Zugleich bekannte er sich ausdrücklich zur Dualen Hochschule. Er sei ihr „schon lange persönlich verbunden“, etwa als Vorstand der DHBW-Stiftung. Elring-Klinger engagiere sich seit vielen Jahren als Partnerbetrieb, der Verband Südwestmetall unterstütze mit seiner Expertise regelmäßig Arbeit und Weiterentwicklung der Hochschule. Zusammen mit weiteren Partnern habe dieser zuletzt die „Intersectoral School of Governance“ an der DHBW auf den Weg gebracht.

Vor Rückzug Druck auf Daimler-Mann Porth

„Mit Blick auf diese vielen Anknüpfungspunkte ist es geradezu folgerichtig, dass ich bei der Neubesetzung des Aufsichtsrates angesprochen wurde und auch zugesagt habe“, teilte Wolf mit. In dieser Funktion wolle er sich „für die erfolgreiche Weiterentwicklung der DHBW als eigenständige duale Hochschulform neben den Universitäten und den Hochschulen für angewandte Wissenschaften einsetzen“.

Der bisherige Co-Chefaufseher Porth hatte seinen Rückzug nach zehn Jahren mit zusätzlichen Aufgaben bei Daimler begründet. Zuvor hatte es Bestrebungen von Kritikern gegeben, seine erneute Wahl zu verhindern. So hatte der Verband der DHBW-Mitarbeiter ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, das Zweifel an seiner Legitimation weckte; danach hätte er nach neun Jahren ausscheiden müssen. Porths Rückzug habe jedoch nichts damit zu tun, betonte das Ministerium damals. Der Manager selbst sagte, er habe bereits vor einiger Zeit beschlossen, das Amt auslaufen zu lassen.

Ex-BWI-Chef neu im Kontrollgremium

Der knapp 20-köpfige Aufsichtsrat ist für die Entwicklung der Hochschule verantwortlich und schlägt Maßnahmen vor, um ihr Profil und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Neben Wolf kamen fünf weitere Mitglieder neu in das Gremium – so der SAP-Vorstand Thomas Saueressig und der frühere Chef der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes (BWI), Kai Schmidt-Eisenlohr. Der einstige Grünen-Abgeordnete hatte BWI kürzlich verlassen, um Geschäftsführer bei einem IT-Unternehmen im Rhein-Neckar-Gebiet zu werden. Ihm wird ein guter Draht zu Ministerin Bauer bescheinigt, seit er sie als Hochschulexperte der Fraktion mehrfach gegen Kritiker in Schutz genommen hatte.

Bei der Neubesetzung des Aufsichtsrats galt die Vorgabe, mindestens 40 Prozent der Mitglieder sollten Frauen sein. Zudem sollten die Aufseher eine möglichst große Vielfalt von Perspektiven einbringen.

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