Alles wird teurer, 2023 auch die Fahrt mit Bus und Bahn in der Region Stuttgart. Der Verkehrsverbund entscheidet darüber am 13. Juli.

Die Ticketpreise im Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) werden im Jahr 2023 voraussichtlich um im Schnitt 4,9 Prozent angehoben werden. Der Aufsichtsrat der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) hat diesen Aufschlag in seiner jüngsten Sitzung unterstützt. Die Maßgaben der SSB gelten wegen der Gesellschaftskonstruktion des VVS als entscheidender Fingerzeig, die Gesellschafterversammlung des Verkehrsverbunds soll am 13. Juli entscheiden.

Die Anpassung liege unter der durchschnittlichen Kostensteigerung des Verbundverkehrs und deutlich unter der Inflationsrate, teilte die SSB am Mittwoch mit. „In dieser Situation bleibt den VVS-Verbundpartnern leider nichts anderes übrig, als eine Tarifsteigerung vorzunehmen“, sagt Stuttgarts OB sowie SSB- und VVS-Aufsichtsratschef Frank Nopper (CDU). Er fordert von Bund und Land die „dauerhaft stärkere Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, statt eines dreimonatigen 9-Euro-Strohfeuers“. Das bundesweit im Nahverkehr gültige 9-Euro-Ticket läuft Ende August aus.

Jugendticket bis 2025 durch Land gesichert

Nopper verweist auf eine deutliche Verbesserung für junge Leute bis 21 Jahre, die ab März 2023 greift. Dann gibt es ein landesweit gültiges Nahverkehrsticket für 365 Euro im Jahr. Wer studiert oder in Ausbildung ist, bekommt es bis 27. Es wird vom Land mit 100 Millionen Euro im Jahr gefördert, die Regelung gilt bis 2025. „Dieses Angebot ist ein absoluter Knaller“, sagte VVS-Geschäftsführer Horst Stammler am Mittwoch im Verwaltungsausschuss des Gemeinderates. Der Kreis der Berechtigten reiche über das bisherige 365-Euro-Ticket der Stadt hinaus.

Die Einführung wurde einhellig begrüßt, die Stadt spart dadurch rund 3,6 Millionen Euro bisherigen Zuschuss ein. Das Linksbündnis will, dass dieses Geld für neue Angebote beim Nahverkehr verbleibt, anzustreben sei ein kostenloser Nahverkehr für alle unter 18-Jährigen. In der Debatte ist weiterhin auch eine Querfinanzierung durch eine Abgabe, für die das Land die rechtlichen Voraussetzungen schafft. Die SSB schloss ihr Geschäftsjahr 2021 mit einem Verlust von 25 Millionen Euro ab, das waren dank des Rettungsschirms des Bundes 27,9 Millionen weniger Verlust als ursprünglich befürchtet.