Aufsichtsrat Deutsche Bank Gabriel-Wechsel nicht zu beanstanden
Man muss Sigmar Gabriel und die Deutsche Bank nicht mögen – aber sein Wechsel in den Aufsichtsrat des Finanzkonzerns ist nicht zu beanstanden, kommentiert Thorsten Knuf.
Man muss Sigmar Gabriel und die Deutsche Bank nicht mögen – aber sein Wechsel in den Aufsichtsrat des Finanzkonzerns ist nicht zu beanstanden, kommentiert Thorsten Knuf.
Berlin - Es war zu erwarten, dass Sigmar Gabriel nicht lange Privatier bleiben würde. Im November hatte der ehemalige SPD-Chef und multiple Bundesminister sein Parlamentsmandat niedergelegt. Seitdem setzt er sich für die transatlantischen Beziehungen ein und kommentiert regelmäßig von der Seitenlinie den Zustand der SPD. Zwischenzeitlich war er auch als Chef des Automobilverbands VDA im Gespräch.
Jetzt wird Gabriel also Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank. Darf er das, gerade als Sozi? Ja, er darf das. Die Karenzzeit für den ehemaligen Minister ist abgelaufen. Auch moralisch geht der Wechsel in Ordnung: Man muss Gabriel und die Deutsche Bank nicht mögen. Aber er wird nicht Manager mit maßlosem Gehalt, sondern Aufsichtsrat. Das Geldhaus ist von überragender Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Es beschäftigte zuletzt mehr als 90 000 Menschen, fast die Hälfte davon im Inland. Die Bank steht vor einer gewaltigen Transformation.
Große Unternehmen brauchen erfahrene, gut verdrahtete Aufsichtsräte – auch im Sinne der Belegschaften. Es ist keine Schande, wenn ein Sozialdemokrat diese Aufgabe übernimmt.