Im Herbst 2014 hat der Aufsichtsrat von VW Rekordinvestitionen für die kommenden fünf Jahre beschlossen. Der Abgas-Skandal erfordert nun eine Kurskorrektur.

Stuttgart - Bei VW steht an diesem Freitag wieder einmal eine wichtige Aufsichtsratssitzung auf dem Programm. Die Kontrolleure treffen sich in Wolfsburg zur alljährlichen Planungsrunde, in der die mittelfristigen Investitionen beschlossen werden. Im Herbst 2014 kündigte der Autokonzern für die kommenden fünf Jahre gemeinsam mit den chinesischen Partnern Investitionen von fast 108 Milliarden Euro in neue Fahrzeuge, Technologien und Fabriken an – so viel wie nie.

 

Doch an diesem Plan dürfte es nun wegen der immensen Kosten des Abgas-Skandals Abstriche geben. Volkswagen geht bei den Investitionen vom Gas. Es wird mit Spannung erwartet, in welchen Bereichen nun der Kurs korrigiert wird.

Der neue VW-Chef Matthias Müller hat vor kurzem bereits eine generelle Neuausrichtung angekündigt. Nicht mehr das „Höher, Schneller, Weiter“ der vergangenen Jahre werde angestrebt, sondern nachhaltiges, qualitatives Wachstum. Experten gehen davon aus, dass der Aufsichtsrat die Investitionen um fünf bis zehn Prozent zurückfahren wird, um die Kosten im Griff zu behalten. Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach rät, bei den Einsparungen nicht nach dem Rasenmäherprinzip vorzugehen. Er rechnet damit, dass sich die Wolfsburger künftig stärker auf die Elektromobilität konzentrieren und dort stärker investieren werden. Der neue VW-Markenchef Herbert Diess hat bereits angekündigt, das Baukastensystem des Konzerns auch auf Elektroautos anzuwenden und damit Kosten zu sparen. Zudem wird die geplante Erneuerung der Luxuslimousine Phaeton um einige Jahre verschoben.

Das neue Modell soll 2019/20 als Elektroauto auf den Markt kommen und mit einer Batterieladung 500 Kilometer weit fahren können. Heftig dementiert hat der Wolfsburger Konzern indes einen Medienbericht, wonach als Teil des Sparpakets auch die „Gläserne Manufaktur“ in Dresden geschlossen werden solle, wo der Phaeton zusammengebaut wird.