Aufstieg der Stuttgarter Kickers Aufgeschoben, nicht aufgehoben

Letzter Heimauftritt? Randy Edwini-Bonsu  läuft seinem Gegenspieler davon, aber nach der Saison wohl auch den Kickers. Foto: Baumann
Letzter Heimauftritt? Randy Edwini-Bonsu läuft seinem Gegenspieler davon, aber nach der Saison wohl auch den Kickers. Foto: Baumann

Der letzte Heimauftritt in dieser Saison brachte den Stuttgarter Kickers ein 0:0 gegen Erfurt: damit ist Platz vier und die Teilnahme am DFB-Pokal sicher. Der Aufstieg muss warten – bis nächstes Jahr?

Sport: Joachim Klumpp (ump)
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Stuttgart - Auch so eine schnöde Nullnummer kann im Fußball für klare Verhältnisse sorgen – wie am Samstag bei den Stuttgarter Kickers. Nach dem Punkt im letzten Heimspiel der Saison ist zum einen der vierte Platz in der dritten Liga und der Einzug in den lukrativen DFB-Pokal gesichert; zum anderen ist auch die letzte rechnerische Möglichkeit auf Platz drei und den Relegationsrang dahin. „Insgeheim hatte man vielleicht gehofft, noch ein paar Tore gegenüber Kiel aufzuholen“, sagte der Trainer Horst Steffen, um dann zu resümieren. „Ich bin ziemlich stolz auf die Mannschaft und den Verlauf der Saison.“

Das Spiel Vor 4730 Zuschauern (Minusrekord seit der Rückkehr ins Gazi-Stadion) hatten die Kickers mehr Ballbesitz und auch mehr Chancen, doch zu einem Treffer reichte es nicht. „Man hatte das Gefühl, dass die Kickers dem Tor näher sind als wir“, lautete das Fazit des Gästetrainers Christian Preusser, der das Geschehen damit auf den Punkt brachte. Immerhin hat die Mannschaft nach fünf Partien mal wieder zu Null gespielt: „Das war die richtige Reaktion auf die letzten Spiele“, sagte der Innenverteidiger Hendrik Starostzik zu der aufkeimenden Kritik an der Kickers-Hintermannschaft.

Verabschiedungen Aus der Mannschaft wurde lediglich der Torwart Mark Redl verabschiedet, daneben noch der Reservist Maximilian Hoffmann, der es in anderthalb Jahren auf keinen Einsatz brachte, sowie Amar Cekic. Das heißt aber nicht, dass die anderen Wackelkandidaten – Fennell, Gerster und Edwini-Bonsu – bleiben werden; im Laufe der Woche soll es noch Gespräche geben. Neben ein, zwei Verteidigern suchen die Kickers dringend einen Torwart neben Korbinian Müller, auch an Jasmin Fesic (Aalen) besteht Interesse.

Neue Saison Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, heißt es bei den Kickers. Nach Platz vier redet zwar noch niemand von neuen Zielen oder gar dem Aufstieg. Doch der Trainer Horst Steffen sagt immerhin: „Natürlich will ich mich mit der Mannschaft möglichst jedes Jahr verbessern.“ Würde heißen, mindestens Dritter zu werden. Und auch Besar Halimi sagt: „Nach dem vierten Platz kann man schon vom Aufstieg reden.“ Nur einer will da nicht so recht mit einstimmen, Michael Zeyer: „Diese Logik haben wir nicht“, sagt der Sportdirektor und führt – mit Blick auf die Tabelle – ein aktuelles Beispiel an: „Wehen war letzte Saison Vierter – und liegt jetzt auf Platz zehn.“

Kader Das Gerüst steht. 19 Verträge sind unter Dach und Fach (einschließlich Daniel Kaiser), darunter auch der von Besar Halimi bis 2016. Allerdings würden die Kickers ihren 20-jährigen Vorlagenkönig bei einem entsprechenden Ablöseangebot wohl keine Steine in den Weg legen. „Was im Sommer ist, weiß ich noch nicht. Jetzt kommt erst einmal Kiel und dann Urlaub“, sagt der Spieler selbst.

Ehrung Vor dem Anpfiff gab es eine Auszeichnung für Enzo Marchese. Der Kapitän wurde von den Fans zum Spieler der Saison gewählt – wie bereits im Vorjahr. „Wir wollten uns mit einem Sieg verabschieden, aber wir kamen auch auf dem Zahnfleisch daher“, sagte Marchese. Trotzdem war er zufrieden mit Platz vier: „Das hätte uns vor der Saison keiner zugetraut.“




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