Mit einem Sieg im Spitzenspiel der Fußball-Kreisliga A zwischen der TSG Esslingen uns dem TV Unterboihingen hätten die Esslinger noch weiterhin von der Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksliga träumen können – oder zumindest der Relegation. Die beiden Teams trennten vor dem Anpfiff in der Tabelle nur vier Punkte. Nach der knappen 0:1 (0:0)-Niederlage bleibt es für die Esslinger aber weiter nur bei Tabellenplatz vier. Vor allem aber ist der Rückstand auf den Relegationsplatz auf sechs Punkte angewachsen und der Traum, doch noch im Wettbewerb um die Meisterschaft eine Rolle zu spielen, ist angesichts von noch zwei verbleibenden Spielen damit so gut wie ausgeträumt.
TSG-Trainer Michael Lattacher war sich dessen auch bewusst und sagte: „Immer im oberen Drittel mitzuspielen ist zwar schön, aber natürlich ist es ein Traum, den Aufstieg zu schaffen. Wir lassen uns nicht unterkriegen und wollen in der neuen Saison einen neuen Anlauf starten.“
Zerfahrene Anfangsphase
Wenn der Tabellenführer aus Unterboihingen zum Spitzenderby auf den Esslinger Zollberg zur TSG kommt, erwarten Fans und Fußballfreunde ein spannendes und temporeiches Spiel. Und natürlich wollen die Zuschauer auch Tore sehen. Diese Erwartungen konnte die Partie jedoch nur zum Teil erfüllen. Das Spitzenspiel endete nach 98 Minuten mit einem mageren 1:0 für die Unterboihinger. Die ersten 20 Minuten der Begegnung waren ein gegenseitiges Abtasten. Das Spiel war zerfahren und spielte sich fast ausschließlich im Mittelfeld ab. Viele Fehlpässe und viele unglückliche Abgaben zerrissen den Spielfluss auf beiden Seiten und die Zuschauer konnten oft gar nicht schnell genug schauen, wie der Ball von einer Mannschaft zur andern wechselte – also viel Kampf um den Ball, viel Kleinklein, aber wenig sehenswerte Spielzüge.
Danach wurde es etwas besser. Die Unterboihinger hatten nun mehr Spielanteile, kamen öfter vors gegnerische Tor, schafften es jedoch zunächst nicht, die sich daraus ergebenden Chancen in Zählbares ummünzen. Selbst hundertprozentige Chancen alleine vor dem Torwart nutzten sie nicht.
Aber die TSG, die ersatzgeschwächt und vor allem ohne Top-Torjäger Enes Coskun auflaufen musste, hielt nun auch immer besser mit, machte es den Unterboihingern schwer und erarbeitete sich einige gute Torchancen. So hätten, wenn es bei beiden Teams im Abschluss besser funktioniert hätte, bis zur Pause einige Tore fallen können. Es bleib aber beim 0:0 Pausenstand.
Nach der Pause begannen die Esslinger stark und spielten druckvoll nach vorne. In den ersten zehn Minuten waren sie die spielbestimmende Mannschaft und wären durchaus in der Lage gewesen, den Führungstreffer zu erzielen. Doch wieder fehlte es, wie schon in der ersten Hälfte, am Abschluss.
TVU hat „das Quäntchen Glück“
Nach diesem furiosen Intermezzo ließen jedoch die Kräfte bei den Esslingern nach und die Unterboihinger übernahmen wieder die Dominanz auf dem Platz. In der 64. Minute landete ein Pass beim Unterboihinger Stürmer Robin Schober-Slis, der dem bis hierhin torlosen Spiel ein Ende bereitete und das Spielgerät zum 1:0 im TSG-Kasten versenkte – keine Chance für TSG-Keeper Kevin Coskun, aber große Freude bei der Mannschaft und den Fans des TVU.
Eine große Erleichterung war es auch für Unterboihingens sportlichen Leiter Daniel Zeller. „Ich bin sehr erleichtert. Die TSG hat uns in diesem Spiel alles abverlangt und wir hatten am Ende das Quäntchen Glück, das Tor zu machen“, sagte er. Zufrieden mit seiner Mannschaft war auch Esslingens Coach Lattacher. „Meine Mannschaft hat, obwohl sechs Stammspieler gefehlt haben, eine tolle Leistung gezeigt. Wir haben alles in die Waagschale geworfen und im Bereich unserer Möglichkeiten alles gegeben.“ Auf ein Neues in der kommenden Saison.
TSG Esslingen: Kerim Coskun; Caggiano, Kohler (89. Deniz Gercekdogan), Özdemirli (76. Woldemariam), Celik, Balthasar, Semere, Tunc, Eray Gercekdogan (63. Aydemir), Passen, Papasaul (90.+2 Sisman).
TV Unterboihingen: Klotz; Petzi, Kronewitter, Sakic, Jüstel (46. Forintos), Guarino (90.+2 Pfisterer), Sokoli, Reiser (70. Horeth), Schober-Slis (67. Borovac), Kohn, Wuchter.
Schiedsrichter: Christopher Körner (Nürtingen)
Zuschauer: 150
Tor: 0:1 Schober-Slis (64.).
Beste Spieler: Semere, Celik / Schober-Slis, Sakic.