Auftakt des Kirchentags Berlin zieht stärker als Stuttgart

Der Berliner Bischof Markus Dröge und die Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au freuen sich, dass das Protestantentreffen beginnt. Foto: dpa
Der Berliner Bischof Markus Dröge und die Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au freuen sich, dass das Protestantentreffen beginnt. Foto: dpa

106.000 Dauerteilnehmer strömen zum Evangelischen Kirchentag nach Berlin. Das sind rund 10 Prozent mehr Besucher als beim Kirchentag vor zwei Jahren in Stuttgart. Nicht nur deshalb hat die Kirchentagspräsidentin „Schmetterlinge im Bauch“.

Politik: Michael Trauthig (rau)
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Berlin - Es sind weniger als von den Veranstaltern erhofft: Rund 106.000 Dauerteilnehmer haben sich zum Evangelischen Kirchentag in Berlin angemeldet. Damit liege man zwar rund 10 Prozent über den Zahlen von Stuttgart vor zwei Jahren, sagt der Cheforganisator Stephan Menzel bei der Präsentation der Zahlen am Mittwoch. Doch ursprünglich waren die Erwartungen von den Machern wesentlich höher. Schließlich gilt Berlin als touristisch anziehender als die baden-württembergische Landeshauptstadt – ein Aspekt, der auch für Kirchentagsbesucher eine Rolle spielt.

Zudem strebt in der Bundeshauptstadt der von der EKD gefeierte „Reformationssommer“ seinem Höhepunkt entgegen, was ebenfalls Publikum locken sollte. „Zahlreiche schaffen es wegen der vielen Aktivitäten für das Reformationsjubiläum in den Gemeinden aber nicht zu kommen“, sagt Ellen Überschär. Die Generalsekretärin des Kirchentags erklärt so den zurückhaltenderen Zuspruch. „Allerdings sind mit deutlich über 100 000 so viele mit dabei, dass wir einen sehr schönen Kirchentag haben werden“, betont die Theologin. Von Ernüchterung ist auch bei Christina Aus der Au nichts zu spüren – im Gegenteil: „Ich habe Schmetterlinge im Bauch“ sagt die Schweizerin über ihre Gefühle zum Beginn des fünftägigen Christentreffens, das am Mittwochabend offiziell mit großen Gottesdiensten eröffnet wird.

Die richtige Antwort auf den Anschlag von Manchester

Nach ihrer Auffassung ist der Kirchentag die richtige Antwort auf den Anschlag von Manchester. Es gebe zwar keine Garantie auf Sicherheit, sagt die Schweizerin. „Aber der Angst können wir nur mit dem festen Willen begegnen, dass wir uns die Freiheit nicht nehmen lassen, mit Respekt und Offenheit zusammenzukommen.“ Die Organisatoren des Großevents haben mit den Behörden ihr Sicherheitskonzept nach dem Attentat in Großbritannien überprüft. Dabei, so Menzel, habe sich herausgestellt, dass angemessene Vorkehrungen getroffen wurden: „Wir waren wachsam und wir sind wachsam.“

Als einer der Höhepunkte des Christentreffens gilt der gemeinsame Auftritt von Barack Obama mit Angela Merkel am Donnerstag vor dem Brandenburger Tor. Dieser Ort sei auch deshalb gewählt worden, weil die Sicherheit am ehesten zu gewährleisten sei, heißt es. Übrigens waren sämtliche Sitzplätze für diese eine von insgesamt fast 2500 Veranstaltungen schon innerhalb von 90 Sekunden ausgebucht. Andere aufschlussreiche Zahlen bietet die Bilanz der Macher ebenfalls: So ist der Kirchentag zum Beispiel mehrheitlich weiblich: 58,5 Prozent der Gäste sind Frauen oder Mädchen. Und das Gesamtbudget liegt bei 22 Millionen Euro.




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