Auftragsflaute in Corona-Zeiten Mit der Kamera gegen die Krise

Von Caroline Holowiecki 

Der Möhringer Fotografin Franzi Molina sind durch Corona viele Aufträge weggebrochen. Ihre freie Zeit nutzt sie, um kleine Läden und Cafés zu unterstützen.

Fotografin Franzi Molina macht  kostenfrei Bilder in kleinen Läden, um diese  in der Corona-Krise zu unterstützen Foto: Caroline Holowiecki
Fotografin Franzi Molina macht kostenfrei Bilder in kleinen Läden, um diese in der Corona-Krise zu unterstützen Foto: Caroline Holowiecki

Möhringen - Franzi Molina lebt seit 14 Jahren von der Fotografie. Hauptsächlich begleitet sie Brautpaare und Familien für ganz persönliche Reportagen, außerdem hat sie sich im Bereich Businessfotografie positioniert. Durch die Corona-Krise ist der Freiberuflerin aus Möhringen allerdings von heute auf morgen ein Großteil ihrer Aufträge weggebrochen. Normalerweise macht sie allein auf etwa 20 Hochzeiten pro Jahr Bilder. Die großen Feste sind jedoch für die kommenden Monate gestrichen. „Plötzlich ist dein Kalender leer gefegt“, sagt sie.

Gutes tun in schwierigen Zeiten

Ihre freie Zeit nutzt sie dennoch – um anderen in einer ähnlich schwierigen Lage etwas Gutes zu tun. In der Corona-Krise besucht sie Geschäfte im Umkreis und macht dort kostenfrei Fotos. „Gerade die kleinen Läden möchte ich etwas sichtbarer machen“, erklärt sie. Sie rücke die Betreiber in den Fokus, denn „ich gehe auch viel lieber irgendwo hin, wo ich die Leute kenne“. In den vergangenen Wochen hat die 40-Jährige so an die 20 Geschäfte aufgesucht. Vom Brautmoden-, dem Unverpackt- und dem Schuhladen über das kleine Café bis hin zum selbstständigen Eventmanager. Auf einige ist sie aktiv zugegangen, andere haben angefragt. Die Bilder stellt sie den Fotografierten kostenfrei zur Verfügung und veröffentlicht sie auch auf ihrem eigenen Instagram-Account. „Das Schöne ist, dass ich auch Zuspruch bekomme. Die Leute sagen: Lass uns da mal hingehen.“

Dankbar für das Engagement

Die Geschäftsleute sind dankbar für das Engagement, „die wollen auch mal über ihre Situation sprechen“. Für Franzi Molina selbst ist der Aufwand ebenfalls gewinnbringend. „Ich wollte einfach wieder beschäftigt sein“, sagt sie, außerdem könne sie so die Region neu erkunden und gleichzeitig Kontakte für mögliche spätere Kooperationen knüpfen; eine Win-win-Situation.

Seitdem die Corona-Auflagen nach und nach gelockert werden, erreichen Franzi Molina auch wieder mehr Aufträge, etwa von Familien, die sich private Bilder wünschen. Dennoch möchte die Fotografin ihr Kleine-Läden-Projekt beibehalten, so lange sie die Zeit dafür hat. Sie findet: „Bei all dem Negativen entstehen auch positive Dinge.“

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