Robert Habeck sorgt mit seinem Auftritt bei Sandra Maischberger für viel Diskussionen. Gerade seine Aussagen im Bezug auf eine mögliche Insolvenzwelle im Winter werden auf Twitter kritisiert.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat mit einem Auftritt in der ARD-Talkshow von Sandra Maischberger Irritationen ausgelöst. Grund sind Aussagen vom Dienstagabend zum Thema Insolvenzen in der Energiekrise. Das Ministerium reagierte später auf die umstrittenen Äußerungen des Grünen-Politikers, die vielfach auch in Medien kritisiert wurden.

Was war passiert? Maischberger wollte von dem Grünen-Politiker wissen, ob er mit einer Insolvenz-Welle am Ende des Winters rechne. „Nein, tue ich nicht. Ich kann mir vorstellen, dass bestimmte Branchen einfach erst mal aufhören zu produzieren“, antwortete der Wirtschaftsminister. Seine Antwort ließ die Moderatorin fassungslos zurück.

Habeck wies im weiteren Verlauf auf steigende Preise beispielsweise beim Bäcker hin und sagte: „Und dann werden – das sehen wir ja jetzt überall, dass in Läden, die darauf angewiesen sind, dass die Menschen Geld ausgeben, Blumenläden, Bioläden, Bäckereien gehören dazu – dass die wirkliche Probleme haben, weil es eine Kaufzurückhaltung gibt. Und dann sind die nicht insolvent, automatisch, aber sie hören vielleicht auf, zu verkaufen.“

Die Moderatorin widersprach Habeck und wirkte sichtlich irritiert: „Wenn ich aufhöre, zu verkaufen, dann verdien ich kein Geld mehr. Dann muss ich die Insolvenz anmelden. Nach zwei Monaten, wenn ich’s nicht getan habe, hab ich Insolvenzverschleppung.“

Habeck wird unsicher und verheddert sich immer weiter in Erklärungen. Er sagt: „Ich weise darauf hin, dass es nicht automatisch eine Insolvenzwelle geben muss. Aber es kann sein, dass sich bestimmte Geschäfte nicht mehr rentieren und die dann eingestellt werden. Vielleicht werden sie später wieder aufgenommen, das kann ja sein. Also, das ist dann ja keine klassische Insolvenz.“

Auch weitere Twitter-Nutzer zeigten sich empört nach den Aussagen von Habeck.

Wiederum andere Nutzer nahmen den Bundeswirtschaftsminister auf die Schippe und hatten ihre eigenen Erklärungen zu den kuriosen Äußerungen.

Ebenfalls wurde auf Twitter die Insolvenz-Anmeldung des Toilettenpapierherstellers Hakle und die des Schuhhändlers Görtz im Zuge der Aussagen Habecks thematisiert, die in den vergangenen Tagen bekannt gegeben wurde.

So reagiert das Ministerium

Offenbar als Reaktion auf den öffentlichen Wirbel um den Habeck-Auftritt warnte das Wirtschaftsministerium wegen der explodierenden Energiekosten vor „stillen Betriebsaufgaben“. Insolvenzen seien nicht das alleinige Maß, Insolvenzverfahren dienten gerade dem Ziel, Betriebe zu erhalten, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Es könnten aber auch Geschäfte einfach geschlossen werden, ohne einen Insolvenzantrag zu stellen, weil sie sich wegen zu hoher Kosten nicht mehr lohnten. Das sei vor allem für kleine und mittelgroße Firmen eine ernstes Problem.

Spott von der Opposition

CDU-Chef und Oppositionsführer Friedrich Merz warf dem Grünen-Politiker im Bundestag vor, hilflos zu agieren. „Man kann nur hoffen, dass ein Großteil der deutschen mittelständischen Unternehmer und vor allem der Bäckerinnen und Bäcker um diese Uhrzeit schon im Bett gelegen haben und geschlafen haben und das nicht mit ansehen mussten.“

Das Ministerium betonte, die Regierung habe bereits einen Rettungsschirm für Unternehmen gespannt, der jetzt verlängert und ausgeweitet werde. Dazu gehörten unter anderem Kredite, Bürgschaften und Zuschüsse. Mit den beschlossenen und geplanten Entlastungen solle zudem der Konsum stabilisiert werden. Am Mittwoch begrüßt Sandra Maischberger wieder neue Gäste in der Sendung, unter anderem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Die Talkshow wird um 22.50 Uhr im ARD ausgestrahlt.