Das Auktionshaus Nagel hat Objekte des verstorbenen Ehepaares Monika und Horst Bülow für 2,95 Millionen Euro versteigert. Das Geld kommt der Bülow-Stiftung zugute.
In der Landeshauptstadt war diese Woche das Auktionsfieber förmlich zu spüren. Das Auktionshaus Nagel hatte geladen. Schmuck, Wein und Kunst gab es zu ersteigern. Am Ende wurden knapp fünf Millionen Euro erzielt. Davon entfallen 2,95 Millionen Euro auf die Objekte des Ehepaares Monika und Horst Bülow, die zugunsten der Bülow-Stiftung unter den Hammer kamen.
Der absolute Star des Abends? Ein scheinbar schlichtes, doch zutiefst faszinierendes Werk: Lucio Fontanas Schlitzbild „Concetto spaziale, Attesa“. Eine Leinwand, durchdrungen von präzisen Schnitten wechselte für atemberaubende 546.000 Euro den Besitzer, nachdem der geschätzte Wert im Vorfeld zwischen 300.000 und 500 .000 Euro betrug.
Insgesamt wurden 53 Kunstwerke aus der Sammlung des Ehepaares Bülow versteigert. Der Wert der Exponate wurde auf rund eine Million Euro geschätzt. Am Ende lag das Ergebnis bei 1,95 Millionen Euro. Neben Fontanas Schlitz-Ikone zogen weitere Weltstars die Aufmerksamkeit auf sich: Günther Ueckers kraftvolles „Bewegtes Feld“ fand für 228. 000 Euro einen neuen Liebhaber, Serge Poliakoffs farbintensive „Composition abstraite rouge et vert“ erreichte 143 .000 Euro, und sogar Andy Warhols legendäre „Shoes“ glänzten mit 105. 000 Euro.
Schon am Vormittag war man im Auktionshaus von der Resonanz begeistert. Juwelen, edle Schmuckstücke und Uhren wurden verkauft – auch teilweise aus der Sammlung des Ehepaares Bülow. Die Stücke bescherten dem Auktionshaus einen lupenreinen „White Glove Sale“ – das bedeutet, ausnahmslos jedes einzelne Los wurde verkauft! Über 1,4 Millionen Euro spülte dieser Erfolg in die Kassen. Vier Alhambra Colliers des weltberühmten Hauses Van Cleef & Arpels glänzten zusammen für 112. 000 Euro, ein funkelnder Fancy Yellow Diamant fand für 55 .000 Euro einen Käufer, und eine museale Gold- und Emaille-Savonette aus dem persönlichen Besitz von Sultan Abdülmecid I. (um 1860) entfachte ein Bietergefecht, das erst bei beeindruckenden 43 .000 Euro endete.
Zu guter Letzt durften auch die Gaumenfreuden nicht fehlen: Der erlesene Inhalt des Bülowschen Weinkellers wurde zum zweiten „White Glove Sale“ des Tages – jeder edle Tropfen (1800 Flaschen) fand einen Liebhaber und spielte insgesamt 125 .000 Euro ein.
Antike Sensation: Eine Büste, die ihren Wert verfünfzehnfachte
Und auch der zweite Auktionstag hielt Überraschungen bereit. Alte Kunst und Antiquitäten sorgten für weitere 1,34 Millionen Euro Umsatz. Henri Met de Bles’ stimmungsvolle Darstellung von Maria von Burgund und Maximilian von Habsburg wurde mit 65. 000 Euro honoriert. Doch für wahre Furore sorgten zwei Meisterwerke der italienischen Renaissance: Eine ausdrucksstarke Marmorbüste eines Herrn mit Haube übertraf sämtliche Erwartungen und vervielfachte ihre Taxe von bescheidenen 15. 000 Euro auf unglaubliche 247 .000 Euro. Und auch David mit dem Haupt des Goliath, ehemals in der berühmten Sammlung Seligmann in Paris, bewies seine historische Bedeutung und erzielte 55. 000 Euro.
Mit 2,95 Millionen Euro wird die Arbeit der Bülow-Stiftung unterstützt, die sich dem Natur-, Umwelt- und Tierschutz widmet. „Es ist eine Herzensangelegenheit. Sie ist Ausdruck tiefster Dankbarkeit gegenüber der Natur und ihrer unermesslichen Kraft, Leben zu schenken“, heißt es auf der Homepage der Stiftung. Unter anderem wird ein Biosphärengebiet im Schwarzwald unterstützt, Klimaschutzprojekte und ein Kinderbuch gibt es auch.