Die Continental-Schilder in Villingen müssen bald abgeschraubt werden – nun steht der Name des neuen Unternehmens fest. Foto: Marc Eich
Continental hat den Namen für seine künftige Autosparte vorgestellt: Aumovio soll das Unternehmen heißen. Während sich der Konzern auf die Abspaltung vorbereitet, wird auch klar, was das für den Standort Villingen bedeutet.
Marc Eich
24.04.2025 - 13:22 Uhr
Der künftige Name steht fest: „Aumovio“ soll das neue Unternehmen heißen, das Continental im Rahmen der Abspaltung seiner Automotive-Sparte an den Start bringen will und auch in Villingen präsent sein wird. Vorgestellt wurde der Name am Dienstag auf der Auto Shanghai – und damit in einem der wichtigsten Wachstumsmärkte für das Geschäft mit Fahrzeugtechnik. Dies hat das Unternehmen in einer Pressemitteilung erklärt.
Aumovio soll laut Continental für Innovation, Technik und „eine sichere, begeisternde und vernetzte Mobilität“ stehen. Als eigenständiges Unternehmen will Aumovio unter anderem Elektronikprodukte, Softwarelösungen und Assistenzsysteme für das autonome Fahren entwickeln. Mit rund 92 000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 19,4 Milliarden Euro im vergangenen Jahr handelt es sich um einen der größten Spin-offs der deutschen Industrie der vergangenen Jahre.
Wie Continental in einer weiteren Mitteilung bekanntgab, hat der Aufsichtsrat der Abspaltung Mitte März offiziell zugestimmt. Der Sitz des neuen Unternehmens wird demnach in Frankfurt am Main eingerichtet, die neue Zentrale entsteht bis Mitte 2025 am heutigen Continental-Standort in der Guerickestraße, so der Schwarzwälder Bote. Die Zustimmung durch die Hauptversammlung am Freitag steht indes noch aus, dürfte aber gesetzt sein. Der Spin-off soll dann bis Ende 2025 erfolgen, die Vorbereitungen möchte das Unternehmen bereits Ende des dritten Quartals 2025 abgeschlossen haben.
Hauptversammlung muss noch zustimmen
Bereits seit Monaten wird über die Auswirkungen der Abspaltung spekuliert – auch mit Blick auf die möglichen Folgen für den Standort Villingen. Am dortigen Hauptsitz der Geschäftseinheit Smart Mobility sind rund 1200 Menschen beschäftigt. Als größter industrieller Arbeitgeber im Schwarzwald-Baar-Kreis werden in Villingen elektronische Komponenten für Nutzfahrzeuge kundenspezifisch entwickelt und gefertigt, die dann in Modellen nahezu aller Automobilhersteller zum Einsatz kommen.
Philipp von Hirschheydt stellt den neuen Namen von Automotive auf der Auto Shanghai vor. Foto: Continental
Obwohl das Werk zuletzt gute Zahlen vorweisen konnte, wurden zwischenzeitlich in einzelnen Bereichen Kurzarbeit angemeldet. Diese soll nun zum 1. Mai aber wieder beendet werden. Auch der interne Sanierungsbegriff „Accelerate“ sorgt bei der Belegschaft für Unruhe – das befeuerte gleichzeitig die Frage, welche Rolle der Standort künftig noch spielen wird.
Abspaltung soll keine Auswirkungen haben
Bislang hatte sich Continental mit weitergehenden Informationen zur Zukunft des Villinger Standorts sowie den potenziellen Auswirkungen der Ausgliederung zurückgehalten – das Unternehmen sollte so den notwendigen Entscheidungen im Vorfeld nicht vorgreifen. Doch mit den Spekulationen soll nun Schluss sein.
Sören Pinkow, Pressesprecher bei Continental Automotive, erklärt: Auch nach dem Spin-off soll Villingen als Entwicklungs-, Produktions- und Verwaltungsstandort eine wichtige Rolle im neuen Unternehmen einnehmen. Die Abspaltung werde auf die Stellung der Niederlassung in der Heinrich-Hertz-Straße „keine Auswirkungen haben“, betont der Sprecher. „Der Standort des Continental-Unternehmensbereichs Automotive in Villingen-Schwenningen inklusive seiner Beschäftigten würde Teil des neuen Unternehmens sein“, so Pinkow.
Entlassungen sind wohl keine geplant
Und für die 1200 Mitarbeiter in Villingen besonders wichtig: Entlassungen sind demnach keine geplant. „Grundsätzlich erwarten wir durch den Spin-off keine Auswirkungen auf die Beschäftigung am Standort Villingen-Schwenningen“, erklärt der Sprecher in diesem Zusammenhang. Viel mehr sei man sich sicher, dass die Beschäftigten zukünftig „von jeweils unabhängigen und starken Unternehmen profitieren“. Man wolle so „das Wert- und Wachstumspotenzial voll ausschöpfen“.
Klar ist also: Die Weichen für Aumovio sind gestellt – und in Villingen hofft man nun, dass der neue Name auch ein neues Kapitel mit sicherer Perspektive einläutet.