Aus dem Homeoffice der Rems-Murr-Redaktion Das eigentliche Arbeitstier

Nur bei intensiven Konferenzen kann sich das Arbeitstier richtig entfalten. Foto: Frank Rodenhausen
Nur bei intensiven Konferenzen kann sich das Arbeitstier richtig entfalten. Foto: Frank Rodenhausen

Beim Arbeiten daheim ist man irgendwie immer erreichbar. Aber Konferenzen können auch äußerst beruhigend wirken.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Rems-Murr-Kreis - Sind Sie auch im Homeoffice? Dann wissen Sie ja, dass das durchaus produktiv funktionieren kann – allerdings bisweilen auch seltsame Blüten treibt. In meinem Fall beispielsweise die, dass mich über das aufs Smartphone umgeschaltete Bürotelefon stets der gleiche Kollege erreicht – auf der Toilette. Das Sonderbare ist nicht, dass es immer der gleiche Kollege ist, sondern dass er mich auch dort erreicht. Im Büro würde ganz sicher niemand auf die Idee gekommen, auf dem stillen Örtchen den Hörer abzunehmen – selbst bei ähnlich technisch perfekt umgeleitetem Klingelsignal. Daheim aber fühlt man sich ganz selbstverständlich verpflichtet, zu jeder Zeit empfangsbereit zu sein. Wenn es sein muss, eben auch dort, wo man sonst eigentlich auf gar keinen Fall gestört werden möchte.

Voller Enthusiasmus in die Arbeitsdachkammer

Aber das nur am Rande, denn das eigentliche Arbeitstier ist ein ganz anderes. Das freut sich nämlich schon am frühen Morgen nach dem gemeinsamen Spaziergang und anschließendem Frühstück stets aufs Neue wie wild aufs Homeoffice und sprintet voller Enthusiasmus, fast etwas nervig antreibend, in die dafür vorgesehene Dachkammer.

Auch jetzt liegt es mir wieder zu Füßen. Das ist durchaus ein erhabenes Gefühl, das ich seit ein paar Tagen allerdings teilen muss. Denn eine Etage tiefer tobt sich meine Frau virtuell im Onlineunterricht mit ihrer Schulklasse aus. Das Arbeitstier fühlt sich nun ganz offenkundig für zwei Jobs zuständig und eilt – unermüdlich wäre vielleicht nicht der adäquate Ausdruck – von Konferenz zu Konferenz.

Denn, das ist augenscheinlich: Wenn per Videoschaltung intensiv über Überschriften, Artikelplatzierungen oder mathematische Probleme diskutiert wird, kann das Arbeitstier seine wahren Talente entfalten. Je langweiliger es dabei am Bildschirm zugeht, desto besser. In den Konferenzen sollte man allerdings darauf achten, dass das nicht auf einen selbst zurückfällt. Nicht selten führt die Inspiration aus Lautsprecher und Monitor nämlich im Hintergrund zu herzhaften Schnarchern.

Wer kann von Ähnlichen Erlebnissen berichten?

An dieser Stelle berichten unsere Redakteure in unregelmäßigen Abständen aus dem Homeoffice und was sie mit eventuell neu hinzugewonnener Zeit wegen wegfallender Wege zur Arbeit anfangen. Haben Sie ähnliche Erlebnisse? Dann schicken Sie uns diese an rems-murr-fellbach@stzn.de.




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