Aus dem Homeoffice der Rems-Murr-Redaktion Im Büro wär’ das nicht passiert

Klar, zurück ins Homeoffice kommt man immer – irgendwie. Foto: privat
Klar, zurück ins Homeoffice kommt man immer – irgendwie. Foto: privat

Er sei so sicher in finsteren Pandemiezeiten, der Arbeitsplatz daheim, heißt es. Von wegen, ist sich Harald Beck nach einigen einschlägigen Erfahrungen absolut sicher.

Weinstadt - Homeoffice ist super, vor allem im Winter, wenn sogar hierzulande sage und schreibe rund 13,4 Zentimeter Schnee fallen. „Vadder, bisch ganztags safe dahoim“, sagt der Junior zu den reduzierten Sorgen, die er sich um den vor allem altershalber zur Risikogruppe zählenden Erzeuger machen muss. Klar, super – „Drhoim sterbet d’Leit“, um nur mal einen visionären regionalen Film aus den 1980ern zu zitieren, den wahrscheinlich eh kaum einer mehr kennt. Bestens aufgehoben im ansonsten schlicht gemeingefährlichen Pandemie-Berufsleben, wenn da nicht die Kleinigkeiten wären, wie zum Beispiel Autounfälle.

Sicher? – von wegen

Auto im Homeoffice? Klar – kein Problem. Das schützt nämlich nicht vor mittäglichen Terminen mit dem Fotografen beim Rommelshausener Bahnhof, wo die Radwegplanungsmafia einen Radschnellweg exakt dort lang führen will, wo sich heute schon Sattelschlepper, automobile Schichtarbeiter und Park&Rider mit ihren Heilixblechle hautnah Grüß Gott sagen.

Das Problem? Die Heimfahrt mit dem Auto. Der Weg zurück ins ach so todsichere Homeoffice. Dorthin, wo dringend, schnell und möglichst gestern noch zwei Artikel geschriebenen sein wollen. Rössle Endersbach, 12.20 Uhr. „Kraaaaachzzz !!!“ macht es rechts am Blech. „Oh, hab’ Sie wirklich gar nicht gesehen“, spricht der Fahrer jenes Kombis, der beladen mit dem Abholessen des Edel-Chinesen gegenüber rückwärts aus einer Ausfahrt kam. Von wegen Homeoffice – eine Stunde Polizeiaufnahme zur an der Beifahrerseite von vorn bis hinten verbeulten Dienstkarosse.

Und selbst daheim droht eine Treppe...

„Wie, nix zum Essen, okay, hab grad eh keinen Hunger“, gibt sich der Nachwuchs gegen 14 Uhr verständnisvoll. Selbstschutz quasi, angesichts des leise vor sich hinfluchenden Schreiberlings, der aus Angst vor Treppenstürzen oder aus Bücherregalen herabfallenden Lexika mit dem Laptop an den Esstisch im Parterre liegenden Wohnzimmer geflüchtet ist.

Die schnellen Artikel am Nachmittag? Automobiler Totalschaden natürlich: Bördekreis (BK, wie Backnang, hähä) mit Burgenlandkreis (BLK, aber alles Sachsen-Anhalt) durcheinander geschmissen. Ersterem völlig zu Unrecht die höchste Sieben-Tage-Inzidenz Deutschlands angedichtet. Und prompt von mindestens zwei Lesern ertappt. So ganz nebenbei berichtet Wengerter Christian Dautel (Kennzeichen LB) – echt entspannt, danke! –, dass wir ihm in der Weinführer-Grafik einen Eichelmann-Stern wegbeschissen haben. Ganz klar: Im Büro wäre das alles nicht passiert. Ich hasse Homeoffice!




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