Sozialminister Lucha beerdigt das Projekt Landespflegekammer. Vermutlich hatte er sich längst davon verabschiedet. Warum sonst hätte er schon im Februar trotz enger Abstimmungsverhältnisse verkünden sollen, dass das Quorum verfehlt werde? Wenn die gründliche Nachprüfung die gegenteilige Erkenntnis gebracht hätte, dann hätte er einen massiven Gesichtsverlust erlitten. Somit kommt das endgültige Ende wenig überraschend, ohne dass sich der Minister das Scheitern direkt ankreiden lassen muss.
In jedem Fall hat der Gründungsausschuss, in dem die wirklichen Antreiber des Projekts vereint sind, nie wirklich Rückhalt verspürt. Nun könnte er vor Gericht ziehen, verzichtet aber auf eine langwierige juristische Auseinandersetzung. Das ist gut so. Ein weiteres Gezerre hätte dem Pflegeberuf nur noch mehr geschadet. Der quälend lange Prozess hinterlässt ohnehin nur Verlierer. Jetzt braucht es Kräfte, die die gegensätzlichen Interessen zusammenführen.