Aus für Pflegekammer Lauter Verlierer in der Pflegebranche

Die Pflegekammer ist auf dem Abstellgleis gelandet – trotz aller Werbemaßnahmen wie hier am Stuttgarter Hauptbahnhof. Foto:  

In Baden-Württemberg wird es nun doch nicht zu einer Landespflegekammer kommen. Nun braucht es Kräfte in der Pflegebranche, die die zerstrittenen Lager versöhnen und nicht länger spalten, meint Matthias Schiermeyer.

Politik: Matthias Schiermeyer (ms)

Sozialminister Lucha beerdigt das Projekt Landespflegekammer. Vermutlich hatte er sich längst davon verabschiedet. Warum sonst hätte er schon im Februar trotz enger Abstimmungsverhältnisse verkünden sollen, dass das Quorum verfehlt werde? Wenn die gründliche Nachprüfung die gegenteilige Erkenntnis gebracht hätte, dann hätte er einen massiven Gesichtsverlust erlitten. Somit kommt das endgültige Ende wenig überraschend, ohne dass sich der Minister das Scheitern direkt ankreiden lassen muss.

 

In jedem Fall hat der Gründungsausschuss, in dem die wirklichen Antreiber des Projekts vereint sind, nie wirklich Rückhalt verspürt. Nun könnte er vor Gericht ziehen, verzichtet aber auf eine langwierige juristische Auseinandersetzung. Das ist gut so. Ein weiteres Gezerre hätte dem Pflegeberuf nur noch mehr geschadet. Der quälend lange Prozess hinterlässt ohnehin nur Verlierer. Jetzt braucht es Kräfte, die die gegensätzlichen Interessen zusammenführen.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Manfred Lucha Kommentar Pflege Verdi