Die ersten Kündigungen in Heilbronn werden frühestens im August 2024 ausgesprochen. „Es wird aber keiner vor Jahresende gehen müssen“, sagte Betriebsratsvorsitzender Achim Steinbach unserer Zeitung nach Abschluss der Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan für die zum Molkereikonzern Theo Müller gehörenden Landliebe-Werke.
Über das Ergebnis wurden die Beschäftigten informiert. Dieses Jahr werden bei Landliebe insgesamt 120 Arbeitsplätze abgebaut, davon 100 in Heilbronn. Das Werk Schefflenz (Neckar-Odenwald-Kreis) mit seinen noch rund 20 Beschäftigten wird Ende 2024 komplett geschlossen.
Der Stellenabbau in Heilbronn läuft in Etappen. 2025 sollen weitere 45 Vollzeitjobs und bis Ende 2026 die noch verbleibenden 180 Stellen abgebaut und das Werk endgültig geschlossen werden. Weil unter den Beschäftigten auch etliche Teilzeitkräfte seien, betreffe das Aus der Werke Heilbronn und Schefflenz rund 420 Menschen, so der Betriebsrat.
Steinbach sprach von harten Verhandlungen. „Wir haben praktisch um jeden Cent gefeilscht. “ Das Ergebnis sei akzeptabel, zufrieden sein könne man aber nicht, wenn über einen Sozialplan verhandelt werde.
Rentenbrücke und Transfergesellschaft
Mit den Beschäftigten, die ihre Jobs verlieren, werde es vorher Gespräche geben. Man versuche möglichst einvernehmliche Lösungen zu finden, etwa über Aufhebungsverträge unter Zahlung der ausgehandelten Abfindungen, auch soll es die Möglichkeit geben, in eine Transfergesellschaft zu wechseln oder innerhalb des Molkereikonzerns. Für ältere Beschäftigte soll es eine Rentenbrücke geben, nannte Steinbach Beispiele. Außerdem plant der Betriebsrat noch eine Jobbörse, um interessierte Unternehmen, die Personal suchen, mit Landliebe-Beschäftigten zusammenzubringen und denen Gelegenheit zu geben mit potenziellen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen.
Im Februar 2024 hatte der Molkereikonzern Theo Müller angekündigt, die beiden Landliebe-Werke zu schließen, die er erst vor knapp einem Jahr von der Molkerei Friesland Campina übernommen hatte, weil sie keine wirtschaftliche Perspektive hätten.