Ausbau der Ganztags-Grundschulen Baden-Württemberg hinkt hinterher

Von red/dpa 

Laut der Studie „Bildung in Deutschland 2016“ gehen im Südwesten nur 10,5 Prozent der Grundschüler in eine Ganztagsschule. Nur jede zehnte Grundschule in Baden-Württemberg bietet eine solche Möglichkeit.

Schulessen in einer Ganztagsschule. In Baden-Württemberg bietet nur jede zehnte Grundschule eine Ganztagsbetreuung. (Archivfoto) Foto: dpa
Schulessen in einer Ganztagsschule. In Baden-Württemberg bietet nur jede zehnte Grundschule eine Ganztagsbetreuung. (Archivfoto) Foto: dpa

Stuttgart - Beim Ausbau des Ganztagsbetriebes an Grundschulen hinkt Baden-Württemberg laut einer Bildungsstudie im Bundesvergleich hinterher. Bundesweit liegt die Quote der Jüngsten, die in Ganztagsschulen gehen, bei 31,7 Prozent (2015), im Südwesten aber nur bei 10,5 Prozent. Das geht aus dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten Bericht „Bildung in Deutschland 2016“ hervor. Die höchste Quote weist Hamburg mit fast 87 Prozent auf, die niedrigste Mecklenburg-Vorpommern mit 1,4 Prozent. Allerdings hat sich Baden-Württemberg im Vergleich zu 2006 deutlich verbessert. Damals betrug der Anteil der Kinder in Ganztagsgrundschulen nur 2,1 Prozent.

Im Jahr 2014 hatten sich Land und Kommunen nach jahrelangem Streit auf die Finanzierung des Ausbaus der Ganztagsgrundschulen geeinigt. Im Endausbau rechnet das Land mit 70 Prozent aller Grund- und Förderschulen, die verbindliche oder freiwillige Ganztagsangebote offerieren. Kostenpunkt 2023: 147 Millionen Euro plus 10,6 Millionen Euro für die ersten vier Klassen der Förderschulen pro Jahr.

Gute Zahlen bei Schulabbrecherquote

Auch wenn man die Zahlen für die Klassen fünf bis zehn hinzunimmt, ändert sich das Bild nicht gravierend. Laut dem Bericht, der unter Federführung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) erstellt wurde, bieten 35,8 Prozent (Stand 2014) aller öffentliche und Schulen in freier Trägerschaft im Südwesten Ganztagsbetrieb an. Das entspricht einem Schüleranteil von 21,4 Prozent. Eine geringere Prozentzahl wies nur Bayern (15 Prozent) auf. Auch hier belegt die Hansestadt Hamburg Platz eins mit einem Anteil von 88,3 Prozent.

Im Bundesvergleich relativ gut steht Baden-Württemberg bei der Schulabbrecherquote da. Mit fünf Prozent liegt das Land unter dem Bundesschnitt von 5,8 Prozent. Im Jahr 2008 waren es im Land noch 7,4 Prozent. Am besten schnitt Bayern mit einem Wert von 4,5 Prozent ab.

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