Nahverkehr in Stuttgart So viele Baustellen wie nie bei den SSB

Von Konstantin Schwarz 

Die SSB haben sich für die kommenden fünf Jahre in Stuttgart ein ambitioniertes Bauprogramm vorgenommen: Während man früher eine Strecke nach der anderen gebaut habe, liefen nun viele Neubauvorhaben parallel.

Die SSB haben  zahlreiche Neubauprojekte in der Pipeline. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die SSB haben zahlreiche Neubauprojekte in der Pipeline. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Über steigende Baupreise, die Kalkulationen verhageln und Nachfinanzierungen nötig machen, klagen viele Auftraggeber. Neu dabei ist jetzt auch der städtische Nahverkehrsbetrieb, die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB). Bei der Ausschreibung für die über die A 8 führende Stadtbahnbrücke, mit der die Linie U 6 bis Ende 2021 Messe und Flughafen erreichen soll, ging die Rechnung nicht auf. Man habe den Zuschlag bei einem Baupreis erteilen müssen, der dreifach über der Kalkulation gelegen habe, sagt SSB-Vorstandschef Thomas Moser. Nun hoffe man, in Nachverhandlungen mit dem Zuschussgeber Land eine Entlastung zu erhalten. Zwischen Flughafen und Messe zeichnet sich die neue Strecke bereits deutlich ab, dort sind Tunnelstücke betoniert worden.

Neue Dimensionen

Die SSB haben sich für die nächsten fünf Jahre ein Bauprogramm vorgenommen, das laut Moser bisherige Dimensionen sprengt. Früher, so der langjährige SSB-Mitarbeiter, habe man eine Strecke nach der anderen geplant, gebaut und in Betrieb genommen. Nun liefen viele Neubauvorhaben parallel.

Auf den Fildern soll nicht nur die U 6 über den bisherigen Endhalt Fasanenhof hinaus fahren, auch für die Stadtbahnlinie U 5 ist die Verlängerung geplant. Die Freigabe der im April 2019 vom Gemeinderat Leinfelden-Echterdingen befürworteten Fortführung bis zum Neuen Markt erwarte man für das Jahr 2020, so Moser. Er nimmt an, dass im gleichen Jahr die Planungen für die Verlängerung der S-Bahn-Linie 2 nach Neuhausen genehmigt werden.

Längere Bahnsteige

Ein großes Vorhaben zur Kapazitätssteigerung in Stuttgart ist die Verlängerung der Bahnsteige entlang der Linie U 1 auf 80 Meter. Die Pläne dazu sollen im Jahr 2021 zur Genehmigung eingereicht werden. Von 2023 an könnte an zwölf Haltestellen gebaut werden. Abgeschlossen werden soll das Vorhaben 2026. In der vierjährigen Bauzeit soll die Betriebsqualität auf der stark frequentierten Linie „weitestgehend“ gehalten werden, heißt es. 2021 ist auch das Jahr, in dem die SSB ihre Pläne für einen neuen Betriebshof bei Ditzingen und die U 13 in Hausen zur Genehmigung einreichen wollen. Fertig werden soll die Abstellanlage etwa 2025, die Streckenverlängerung wohl 2026.

Dazwischen passt ein vergleichsweise kurzes Stück, das im Neckarpark in Richtung Mercedes-Werk angefügt werden soll. Die U 19 wolle man nach der Fußball-EM 2024 beginnen und 2025 in Betrieb nehmen. Ein ähnlicher Zeitrahmen ist für die Übereckverbindung in Möhringen gesteckt: Baubeginn 2024, Fertigstellung 2025. Mit ihr gäbe es eine direkte Verbindung von Plieningen in die Innenstadt. Bis 2025 soll auch eine neue Verbindung vom Flughafen zum Industriegebiet Vaihingen/Möhringen realisiert sein.

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