Ausbau des ÖPNV im Landkreis Die Stadtbahn nach Kallenberg – nur eine vage Idee?

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Bei einer Rundfahrt zeigt sich, dass die Verantwortlichen der SSB offiziell nichts von Ausbauplänen wissen.

SSB-Chefplaner Volker Christiani hatte auf  Informationen gehofft. Foto: factum/Granville
SSB-Chefplaner Volker Christiani hatte auf Informationen gehofft. Foto: factum/Granville

Korntal-Münchingen - War es nur Ratlosigkeit oder doch auch Fassungslosigkeit, die für Minuten den Schwieberdinger Ratssaal erfüllte? Claudia Thannheimer war es letztlich, die Worte für die angespannte Situation fand und die Stille durchbrach. Sie sei gekommen, sagte die stellvertretende CDU-Fraktionschefin im Markgröninger Gemeinderat, um mehr über die Pläne einer Stadtbahn nach Stammheim und Kallenberg zu erfahren. Damit war sie nicht allein, wie sie Reaktionen der Veranstaltungsbesucher zeigten.

Die CDU-Fraktion im Verband Region Stuttgart hatte zu einer Veranstaltung zum Ausbau des schienengebunden öffentlichen Personennahverkehrs eingeladen. Den Mandatsträgern aus Region, Landkreis und Kommunen sollten laut der Einladung Pläne für die Anbindung von Kallenberg nach Schwieberdingen präsentiert werden. Doch daraus wurde nichts: niemand konnte oder wollte von offizieller Seite auf die Pläne eingehen. Auch der Chefplaner der SSB musste passen – von ihm hatte sich unter anderem die Stammheimer Bezirksvorsteherin Susanne Korge Details erhofft. Doch Christiani selbst war nach eigenen Angaben zum zweiten Teil der CDU-Veranstaltung geblieben, um etwas über diese Überlegungen zu erfahren.

Hausen erhält bis 2025 eine Stadtbahn

Im ersten Teil hatten sich die Christdemokraten auf eine Rundfahrt begeben entlang der geplanten Trasse der U 13. Die Stadtbahn soll von Stuttgart-Weilimdorf über Hausen nach Ditzingen führen. Bis 2025 kann laut Christiani Hausen angebunden sein, bis 2028 die beiden Stopps im Ditzinger Gewerbegebiet. Die Fortführung bis zum Bahnhof ist bisher nur eine Option.

Über die Pläne für Kallenberg habe mit der SSB bisher niemand offiziell gesprochen, so Christiani. Einzig Volker Staiger, ein sachkundiger Münchinger, hatte ihm seine Projektskizze überlassen. Staiger wirbt dafür, beim Ausbau der B 10 eine mögliche Stadtbahntrasse nicht zu verplanen. Die ÖPNV-Anbindung sei schließlich auch vor dem Hintergrund bedeutsam, dass es Überlegungen für einen regionalen Gewerbeschwerpunkt an der B 10 gebe.

Die Initiative zur Anbindung von Kallenberg war laut der Korntal-Münchinger Rathaussprecherin von Bürgermeister Joachim Wolf ausgegangen. Bereits vor zwei Jahren habe er auf der Grundlage von Staigers Idee Kontakte mit der Stammheimer Bezirksvorsteherin sowie dem Schwieberdinger Bürgermeister aufgenommen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte habe er das Thema aufgegriffen und in einem Gespräch mit dem Bürgermeister und dem Landrat diskutiert.

Schwieberdinger verweisen auf alte Debatte

In der Debatte um den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs favorisiert der Ludwigsburger Oberbürgermeister Werner Spec den Bau einer wasserstoffbetriebenen Bahn von Ludwigsburg nach Markgröningen. Der Ludwigsburger Landrat Rainer Haas wiederum will die Ausweitung des SSB-Stadtbahnnetzes von Rems-eck nach Markgröningen und von Stammheim über den Korntal-Münchinger Stadtteil Kallenberg nach Schwieberdingen.

Der Erste Beigeordnete Schwieberdingens, Manfred Müller, erklärte den CDU-Vertretern am Donnerstag aber, es sei die „Zielsetzung der Kommune, überhaupt erst einmal wieder „in das Boot einzusteigen und einen verlässlichen Zeitplan mit allen zu haben“. Damit hob er auf ein Gutachten ab, das die Reaktivierung der Bahntrasse zwischen Ludwigsburg und Markgröningen untersuchte. Zunächst wurde der Schienenast nach Schwieberdingen aus Wirtschaftlichkeitsgründen außen vor gelassen. Aber klar war, dass sich die Schwieberdinger erneut positionieren würden.




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