Ausbildungszertifikat für Schlierbacher Firma Eberhard Mit viel Herzblut bei der Sache

Die beiden Azubis  Daniel Mattheis (links) und Alexander Zauner fühlen sich wohl bei der Firma Eberhard. Nicht nur, weil der Chef  im vergangenen Jahr eine  Reise für den gesamten Firmennachwuchs springen ließ. Foto: Ines Rudel
Die beiden Azubis Daniel Mattheis (links) und Alexander Zauner fühlen sich wohl bei der Firma Eberhard. Nicht nur, weil der Chef im vergangenen Jahr eine Reise für den gesamten Firmennachwuchs springen ließ. Foto: Ines Rudel

Bei der Schlierbacher Maschinenbaufirma Eberhard ist Qualität das A und O. Das gilt auch für die Ausbildung. Die Bundesagentur für Arbeit hat das Unternehmen deshalb mit ihrem Ausbildungszertifikat ausgezeichnet.

Region: Andreas Pflüger (eas)
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Schlierbach - Alexander Zauner ist überzeugt davon, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. „Ich bin hier als Zerspanungsmechaniker im dritten Lehrjahr, und das passt einfach“, sagt er. Dass es für ihn „passt“, hat der 19-Jährige letztlich der Berufsberatung der Göppinger Arbeitsagentur zu verdanken. Diese hatte den jungen Faurndauer auf die Schlierbacher Maschinenbaufirma Eberhard aufmerksam gemacht – und schnell war der Ausbildungsvertrag unterschrieben.

So gesehen, hat sich an diesem Freitag im Rahmen der „Woche der Ausbildung“ auch ein Kreis geschlossen, denn es blieb Bettina Münz, der stellvertretenden Leiterin der Göppinger Arbeitsagentur vorbehalten, der Firma Eberhard das Ausbildungszertifikat der Bundesagentur für Arbeit zu überreichen. Münz betonte, dass die Auszeichnung zwar allen Firmen zustehe, die im Bereich der Ausbildung etwas Besonderes leisteten. „Bei Ihnen sieht, hört und spürt man aber, dass Sie mit viel Herzblut bei der Sache sind – und zwar vom Chef bis zum Azubi“, fügte sie hinzu.

Firma setzt ausschließlich auf Fachkräfte

Daran ließ auch Andrea Eberhard, die Mit-Eigentümerin des insgesamt 200 Mitarbeiter zählenden Betriebs, keinen Zweifel aufkommen: „Wir haben vom Industriemechaniker bis zum Ingenieur ausschließlich gelernte Fachkräfte im Haus“, erklärte sie. Schon für ihren Vater Pius – dieser hatte 1964 in Schlierbach einen kleinen Werkzeugmacherbetrieb gegründet – habe die Ausbildung einen großen Stellenwert besessen. „Inzwischen sind wir auf die Fertigung von Sondermaschinen, unter anderem zur Bestückung von Platinen, spezialisiert, da ist qualifiziertes Personal unerlässlich. Und die besten Fachkräfte sind zumeist die, die bei uns groß geworden sind“, ergänzte Eberhard.

Dass dafür eine ganze Menge getan wird, zeigt ein Blick auf die jüngsten Entwicklungen. Vor einigen Jahren wurde die Lehrwerkstatt vergrößert und professionalisiert. Außerdem durchlaufen die zurzeit 16 Azubis bei Eberhard alle Abteilungen, um den Blick auf große Ganze zu bekommen. Präsenz zeigt das Unternehmen zudem auf Ausbildungsbörsen und in mehreren Schulen. „Außerdem lassen wir unseren Nachwuchs viele Projekte eigenständig und komplett durchführen“, sagte Timo Jahn, der die gewerbliche Ausbildung leitet.

Zum 50-jährigen Firmenbestehen etwa wurden von den Lehrlingen fünf Funktionsmodelle einer Eberhard-Maschine im Maßstab 1:10 gebaut und den Inhabern sowie dem Geschäftsführer zum Geschenk gemacht. Der Senior-Chefin Maria Eberhard verschlug es deshalb wortwörtlich die Sprache. Und der Geschäftsführer Martin Haupt ließ spontan eine viertägige Reise für alle Auszubildenden springen.

Azubis sind als Ausbildungsbotschafter im Einsatz

„Das war natürlich eine tolle Sache, die sich nahtlos in unsere sonstigen Aktivitäten eingereiht hat, die wir abseits der eigentlichen Lehrtätigkeit für unsere Azubis anbieten“, betonte Marion Reiß, bei der die Fäden in Sachen Ausbildung zusammenlaufen. Ob Kartfahren oder Bowling spielen, alles diene dem Teamgedanken und sorge, wie jetzt auch die Zertifizierung durch die Arbeitsagentur, dafür, dass die Ausbildung bei Eberhard ein gutes Image genieße, fügte Reiß hinzu.

Das sei auch notwendig, fuhr sie fort. Denn ebenso wie Bettina Münz sieht Reiß, „dass das Ringen um Fachkräfte angesichts des demografischen Wandels immer mehr zu einem Verdrängungswettbewerb zwischen den verschiedenen Branchen und Betreiben wird“. Damit es bei der Firma Eberhard bis auf weiteres keine unbesetzten Lehrstellen gibt, sind neben den Verantwortlichen auch die Azubis selbst schon aktiv, etwa Alexander Zauner: „Ich gehe immer wieder als Ausbildungsbotschafter in verschiedene Klassen, um die Schülerinnen und Schüler für meinen und für andere technische Berufe zu begeistern.“




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