Ausflugsfahrt aus Dankbarkeit Ausflugsfahrt aus Dankbarkeit

Von Iris Frey 

33 Grüne Damen und Herren vom Robert-Bosch-Krankenhaus waren kürzlich auf Stocherkahnfahrt unterwegs in Tübingen. Den Ausflug mit Stadtführung hatte das Ehepaar Heidrun und Horst-Dieter Braig gespendet.

Grüne Damen und Herren   auf Stocherkahnfahrt Foto: Kurt Walter
Grüne Damen und Herren auf Stocherkahnfahrt Foto: Kurt Walter

Bad Cannstatt - So etwas kommt nicht alle Tage vor: dass Grüne Damen und Herren einen Tagesausflug geschenkt bekommen. „Uns ist so etwas noch nie passiert“, sagt Gabriele Rist-Lenz. Sie ist Grüne Dame am Robert-Bosch-Krankenhaus und dort als Spiele-Dame im Einsatz. Nun freute sie sich mit dem ganzen Team von 50 Grünen Damen und Herren, dass sie vom Stuttgarter Ehepaar Heidrun und Horst-Dieter Braig einen Tagesausflug geschenkt bekamen, 33 waren dabei. Rist-Lenz hat sich um die Organisation des Ausflugs nach Tübingen gekümmert. „Es war ein wunderschöner Tag“, sagt sie mit Ausklang in einem Stuttgarter Lokal. Gerne wären dort das Spender-Ehepaar Heidrun und Horst-Dieter Braig dazugestoßen. „Meinem Mann ging es nicht so gut“, sagt Heidrun Braig.

Und so kam es zu dem Ausflugsgeschenk: „Wir haben Frau Rist-Lenz kennengelernt und gesehen, dass es in den Krankenhäusern zu wenig Personal gibt“, berichtet Braig. Sie hätten festgestellt, dass die Grünen Damen so herzlich seien und die Stimmung auflockern. Das werde zu wenig unterstützt. Sie wünscht sich, dass dies nicht für selbstverständlich angesehen wird. „Mein Mann hat davon profitiert“, sagt Braig. Sie finden die Arbeit der Grünen Damen und Herren toll und wollen auch ermuntern, dass mehr Menschen diese Arbeit machen.

Stiftung „fair + gerecht“

„Die Menschen sind so dankbar, wenn man ihnen zuhört“, sagt Grüne Dame Rist-Lenz. Sie freut sich über das entgegengebrachte Vertrauen. Seit vier Jahren ist sie Grüne Dame im Robert-Bosch-Krankenhaus. Die Familie Braig versucht, mit ihrer Stiftung „fair und gerecht“ Gutes zu tun und hat auch damit diesen Ausflug verwirklicht. „Wir setzen unser Geld dort ein, wo wir merken, dass es fehlt“, sagt Heidrun Braig. Es sei ihnen wichtig, individuell zu unterstützen. Deshalb auch der Ausflug. Der führte die Gruppe mit einem gecharterten Bus nach Tübingen. Dort wurde gemeinsam eine Stadtführung gemacht. „Wir hatten das Glück, einen begnadeten Stadtführer zu bekommen“, erzählt Rist-Lenz. Nach dem Mittagessen wurde mit dem Stocherkahn gefahren. „Wir hatten einen wunderschönen Tag, alle Auslagen wurden erstattet. Das Wetter hat mitgespielt, aber das ganz Besondere für mich war die ausgelassene Freude, die in der Gruppe geherrscht hat, durch diese besondere Würdigung unseres Engagements.“ Es habe alle tief berührt und sie so fröhlich sein lassen.

Ehrenamtliche begleiten Patienten

Auf die Idee zum Ausflugsgeschenk kamen Braigs über das Diakonie-Klinikum. Dort haben sie 2017 Ehrenamtliche unterstützt. „Bei uns gibt es keine Grünen Damen und Herren, aber Ehrenamtliche, die Patienten begleiten“, sagt Volker Geißel, Vorsitzender des Fördervereins Diakonieklinikum. Dort hat das Ehepaar auch einen Ausflug für die Ehrenamtlichen mit dem historischen Zug „Roter Flitzer“ nach Mosbach gespendet. Das Diakonie-Klinikum hatte im vergangenen Jahr knapp 120 ehrenamtlich Mitarbeitende, aktuell sind es etwa 140. „Die werden jedes Jahr zu einem Ausflug eingeladen.“ Die Kosten finanziert der Förderverein – aus allgemeinen oder auch aus zweckbestimmten Spenden. Der Ausflug in 2017 wurde mit einer Spende der Stiftung „fair + gerecht Stiftung der Ehegatten Braig finanziert“, sagt Geißel. Braigs setzen sich mit ihrer Stiftung nach eigenen Angaben unter anderem auch für die Krebshilfe ein (DKMS), das Collegium iuvenum Stuttgart, die Vesperkirche, die Katzenhilfe und den Tierschutz.

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