Die Gastronomen des Schwabengartens wollen Planungssicherheit, bevor sie investieren. Denn irgendwann könnte eine Straße auf einem Teil des Geländes gebaut werden.

Stadtleben und Stadtkultur : Alexandra Kratz (atz)

Der Schwabengarten gehört zu den beliebten Ausflugszielen in der Region. Das ist auch der Stadtverwaltung von Leinfelden-Echterdingen bewusst. Ihr ist es wichtig, die Lokalität im Ort zu halten. „Da gibt es überhaupt kein Vertun“, sagt Bürgermeister Benjamin Dihm. Der Schwabengarten sei ein nicht wegzudenkender Treffpunkt für die Menschen im Ort und in der Region. Dennoch verpachtet die Stadt den Grund und Boden, auf dem der Schwabengarten steht, immer nur für einige Jahre an die Brauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu. Der Grund: Im Süden des Areals ist eigentlich schon seit Langem eine Straße geplant, die sogenannte Nordspange, welche den Teilort Unteraichen vom Verkehr entlasten soll. „Die Straße würde die Gebäude des Schwabengartens nicht tangieren, aber den südlichen Spitz des Geländes anschneiden“, sagt Bürgermeister Benjamin Dihm.

David Blanco del Rio, Gastronom und geschäftsführender Gesellschafter im Schwabengarten, plant aber Großes. Er möchte gerne eine Photovoltaikanlage auf dem Gebäude installieren. „Das wollten wir schon vor Jahren machen. Die Idee kam uns nicht erst mit dem Beginn der Energiekrise“, sagt der Unternehmer. Der Schwabengarten sei ideal, um eigenen Sonnenstrom zu produzieren. Er befinde sich in bester sonniger Lage, und der Strom könne direkt in die Fritteuse oder andere technische Geräte fließen. „Besser geht es nicht“, sagt David Blanco del Rio, das hätten ihm auch Fachleute bestätigt.

Gastronom möchte Planungssicherheit

Doch die PV-Anlage kostet einen ganzen Batzen Geld. Aktuell rechnet der Gastronom mit Kosten in Höhe von 230 000 Euro. „Wenn ich so eine Investition tätige, dann brauche ich Sicherheit. Sonst bekomme ich bei der Bank auch keinen Kredit.“, sagt David Blanco del Rio. Darum habe er um eine Verlängerung des Pachtvertrags gebeten, der eigentlich 2027 ausgelaufen wäre. Er verstehe, dass sich die Stadt bezüglich der Grundstücke eine gewisse Flexibilität erhalten wolle. „Aber selbst wenn die Straße heute beschlossen werden würde, würde es noch einige Jahre dauern, bevor der Bau beginnt“, sagt er.

Wann die Straße komme, sei ungewisse, sagt auch Bürgermeister Dihm und ergänzt: „Vor 2030 ist unrealistisch.“ Darum habe man den Pachtvertrag mit der Brauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu verlängern wollen und können. Er gelte nun bis Ende Oktober 2030. Das haben die Mitglieder des Technischen Ausschusses in L.-E. vor Kurzem beschlossen.

Damit kann David Blanco del Rio nun loslegen. Das befürwortet der Bürgermeister Dihm: „Die PV-Anlage kommt letztlich auch der Stadt zugute“, sagt er. Die Solaranlage auf dem Dach des Schwabengartens soll eine maximale Leistung von 99,9 kWp haben. Platz für mehr Panels wäre, aber wenn die Leistung höher wäre, würde David Blanco del Rio zum sogenannten „Direktvermarkter“ für Solarstrom werden. So sieht es das Gesetz vor, und davon möchte der Gastronom zum derzeitigen Zeitpunkt absehen. Aber eventuell will er noch im Bereich der Solarthermie aktiv werden, damit der Schwabengarten künftig auch von der Sonne erwärmtes Wasser hat.