Ausflugstipp Das perfekte Wochenende in Günzburg

Das Residenzschloss mit Hofkirche Foto: Stadt Günzburg/Philipp Röger

Günzburg kennt man vor allem als Standort von Legoland. Doch das kleine Städtchen ist mehr als nur ein Halt auf dem Weg in den Freizeitpark. Es bietet neben vielen Sehenswürdigkeiten auch urige Wirtshäuser und nette Cafés.

Reise: Annette Schwesig (apf)

Anreise

Mit der Bahn ist man von Stuttgart aus schnell in Günzburg. Entweder ohne Umstieg mit dem Eurocity oder mehrmals stündlich mit dem ICE bis nach Ulm und dann weiter mit dem Regionalzug. www.bahn.de

 

Essen mit Aussicht

Der Bahnhof liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums, deswegen kann man einen ersten Imbiss gleich mal einnehmen, wenn man den Fußweg in die Innenstadt erfolgreich zurück gelegt hat: Wer von der Anreise großen Hunger hat, der geht am besten ins das Café Kulisse. Es liegt zentral am Marktplatz, ist gemütlich eingerichtet, man bekommt den ganzen Tag über Süßes und Salziges wie Burger, Pfannkuchen, Flammkuchen. Und die Portionen sind riesig.

Wer früh dran ist und Essen mit Kultur verbinden will, der kann eine Führung durch den Günzburger Stadtturm mit anschließendem Weißwurstfrühstück buchen: In der Turmstube im 6. Stock wird bei grandioser Rundumaussicht ein zünftiges bayerisches Frühstück serviert. Anmeldung über die Touristinfo

Unterkunft

Günzburg hat außer dem Legoland Feriendorf noch zahlreiche Hotels und Unterkünfte für jeden Geschmack und Geldbeutel. Das Hotel Hirsch liegt direkt am historischen Marktplatz, ist gemütlich eingerichtet und ein guter Ausgangspunkt für Unternehmungen aller Art. DZ/F ab 128 Euro. Das Hotel Vienna House Easy liegt sehr idyllisch mitten im Hofgarten und ist eine bezahlbare Alternative für Familien, die außerhalb von Legoland übernachten wollen. Familienzimmer mit Frühstück für vier Personen ab 245 Euro.

Das kleine Wien

Dass es in Günzburg diverse Baudenkmale aus der Zeit der habsburgischen Herrschaft gibt, liegt daran, dass Kaiserin Maria Theresia im Jahr 1760 die Postroute Wien-Paris auch durch Günzburg führen ließ. Unter ihrer Regentschaft gehörte Günzburg zu Vorderösterreich und erlebte eine Blütezeit. In Folge dessen wurde ein Wirtshaus nach dem andren errichtet: Allein am Marktplatz gab es bis zum Ende des 18. Jahrhunderts 19 Wirtshäuser, davon 14 mit Brauereirecht. Maria Theresia hat sich jedoch auch um die Bildung der Bevölkerung gekümmert: Im heutigen Heimatmuseum siedelte die Kaiserin das Piaristenkolleg an, eine höhere Schule für Knaben. Gegenüber der Hofkirche im heutigen Rathaus befand sich die vorderösterreichische Münzstätte: Seit 1764 ist hier der Günzburger Maria-Theresia-Taler geprägt worden. 1805/06 wurde Günzburg von Napoleon besetzt und infolgedessen kam die Grenzstadt dann zum Königreich Bayern. Sehr empfehlenswert ist die Lauschtour „Günzburger Stadtrundgang“. Nach dem Motto „Wer hinhört, sieht mehr“ kann man sich die kostenlose App herunterladen und sich in einer guten halben Stunde zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt führen lassen: inklusive Rundgang durch die prächtige Frauenkirche.

Idyllisches Günzburg Foto: Tourismus Günzburg

Das Grauen

Günzburg ist die Geburtsstadt von Josef Mengele, des SS-Lagerarztes von Auschwitz. 1911 ist Josef Mengele als Sohn eines Fabrikanten hier zur Welt gekommen, aufgewachsen, zur Schule gegangen. Die Stadt hat sich lange schwer getan mit dem schrecklichsten Sohn der Stadt. Erst seit 2005 gibt es eine Gedenktafel für die Opfer Mengeles. Schüler und Schülerinnen der beiden Gymnasien der Stadt haben sie gestaltet: Die Tafel wird von 130 Augenpaaren umrahmt. Diese sollen die Erinnerung wachhalten an diejenigen, die Mengeles grausamen Versuchen mit menschlichen Augen zum Opfer fielen.

Die Gedenktafel für die Opfer von KZ-Arzt Josef Mengele Foto: Tourismus Günzburg

Winter im Legoland

Das Legoland hat den Namen Günzburg weit über die Grenzen Bayerisch-Schwabens hinaus bekannt gemacht. Mit über 70 Hektar bebauter Fläche und rund 1,88 Millionen Besuchern im Jahr gehört das Resort zu den besucherstärksten Freizeitparks in ganz Europa. Die Günzburger haben mehr als 20 Jahre nach der Eröffnung ihren Frieden mit der Anlage gemacht. Tatsächlich profitiert die Stadt vom Legoland, denn viele Besucher schauen sich vor oder nach dem Erlebnispark auch die Innenstadt an und genießen nach dem Trubel die Ruhe in Günzburg. Zwischen dem Bahnhof und dem Legoland Haupteingang sowie dem Feriendorf verkehrt mehrmals täglich ein Shuttle-Bus. Bisher war das Legoland Günzburg ausschließlich in den Sommermonaten geöffnet. Seit Ende November letzten Jahres gibt es das sogenannte Winterwonderlegoland: Achterbahn-Action in winterlicher Atmosphäre, ein Winterdorf, eine Eislaufbahn, ein Miniland mit winterlichen Szenerien und eine Wintershow in den Lego Studios. Seit dem Ende der baden-württembergischen Weihnachtsferien befindet sich das Legoland in der Winterpause, öffnet aber bereits wieder am 16. März. Es empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung. Weitere Infos, Tickets und Übernachtungsangebote unter www.legoland.de/

Draußen unterwegs

Günzburg ist eine Fahrradstadt. Sie ist Etappenziel auf dem europäischen Donau-Radweg, man kann auf familienfreundlichen Radwegen ins Legoland fahren und es gibt herrliche Flussradwege. Darüber hinaus gibt es noch die Möglichkeit, auf dem Premiumradweg Donautäler 14 Nebentäler der Donau zu besuchen. Außerdem gibt es noch den außergewöhnlichen 7-Kapellen-Radrundweg. Diese abwechslungsreiche Tour verläuft auf verkehrsarmen Strecken und führt zu sieben modernen Kapellen aus Holz, die zur Besinnung einladen und Schutz bieten. www.guenzburg-tourismus.de

Seenlandschaft

Im Schwäbischen Donautal rund um Günzburg gibt es eine üppige und faszinierende Natur- und Seenlandschaft. Man kann die Seen umwandern, Vögel beobachten und in der warmen Jahreszeit auch darin schwimmen. Einige Seen und Flüsse liegen in Naturschutzgebieten, ein Teil der Seen ist zum Baden freigegeben. Besonders reizvoll ist die aus vier einzelnen Seen bestehende Seenlandschaft Mooswaldseen. Hier kommen Ruhesuchende und Naturliebhaber auf ihre Kosten. Wer es etwas trubeliger mag, ist beim Oberrieder Weiher richtig. Hier kann man surfen, segeln, Beachvolleyball spielen, und für Kinder gibt es eine extra flache Bucht. Ein Geheimtipp, nicht nur wegen seines poetischen Namens, ist der Erdbeersee. Er ist nicht leicht zu finden, bietet aber durch viele Einschnitte im Schilf kleine, ganz private Badebuchten. www.seen.de; www.donautal-touren.de.

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