Campus Galli-Baustelle: In Meßkirch entsteht ein Kloster mit den Werkzeugen, die vor 1000 Jahren hochmodern waren. Foto: Campus Galli
Die Pfingstferien dauern noch eine Woche und ein weiterer Feiertag steht an. Wie wäre es dann mit einer Zeitreise in die Vergangenheit. Hier stellen wir sechs Orte dafür vor.
Was ist vor über 2000 in einem Garten gewachsen? Welches Handwerk übten Menschen in der Steinzeit aus? Mit welchen Werkzeugen haben Handwerker im Mittelalter ein Kloster gebaut? Fragen, die in unseren Ausflugstipps für die Pfingstferien beantwortet werden. Und Veranstaltungen und Führungen für Kinder bringen Besucherinnen und Besucher dem einstigen Alltag ein Stück näher. Wer noch auf der Suche nach einem spannenden Ferienerlebnis ist, wird hier sicherlich fündig.
Welche Werkzeuge benutzten die Kelten?
Keltische Höhensiedlung Heuneburg: Hier reist man 2600 Jahre in die Vergangenheit. Foto: Christoph Ulrich / Stadt Pyren
Die keltische Höhensiedlung ist die älteste Stadt nördlich der Alpen. Auf halber Strecke zwischen Stuttgart und dem Bodensee befindet sich die Heuneburg in Herbertingen im Landkreis Sigmaringen. Entstanden ist sie zu einer Zeit als das später so bedeutende Rom noch gar nicht wirklich existierte. Heute laden die detailgetreuen Nachbildungen der Wohn- und Handwerkerhäuser zu einer Besichtigung ein, um einen Einblick in das Leben der Kelten zu bekommen. Besonders schön ist das Handewerkerviertel mit ganz unterschiedlichen Alltagsgegenständen. Dank Pollenanalysen sind die ausgewählten Pflanzenarten im Garten sogar archäologisch belegt. Ein acht Kilometer langer und ausgeschilderter Wanderweg verbindet die Denkmale der Heuneburg und das Heuneburgmuseum miteinander. Am 4. Juni (Fronleichnam) findet eine Führung statt, bei der das Geheimnis um die zahlreichen Hügel rund um die Heuneburg gelüftet wird.
Eine Reise in die Steinzeit: Die Pfahlbauten im Bodensee. Foto: Pfahlbauten
Kommt mit auf einen virtuellen Tauchgang zu den Pfahlbauten Unteruhldingen im Bodensee. Jahrtausende alte Menschheitsgeschichte wird hier sichtbar und erlebbar. In der Multimediashow Archaeomama erwachen Dörfer, Lebensformen und das alte Handwerk zu neuem Leben. Besucher bekommen dank Experimentalarchäologen einen neuen Blick auf die Geschichte. Denn die Forscherinnen und Forscher haben die Techniken des Hausbaus von damals angewendet und sich darin versucht möglichst authentisch die Bauweise von einst anzuwenden. Das Pfahlbautenmuseum ist das älteste archäologische Freilichtmuseum Deutschlands.
Kinder dürfen sich an den Baumethoden des Mittelalters versuchen. Foto: Campus Galli
Wir bauen gemeinsam ein Kloster: Zeitreise, gelebte Geschichte, ein großes Experiment und eine Zeitreise. Jeden Tag entsteht auf dem Campus Galli in Meßkirch ein Stück Mittelalter. und zwar voll und ganz mit den Mitteln und Werkzeugen des 9. Jahrhunderts. Nach den Plänen des St. Galler Klosterplans arbeiten fleißige Helfer gänzlich ohne moderne Maschinen. Der Campus Galli ist zweifelsohne eine Baustellenbesichtigung der anderen Art. Und wer nicht zum ersten Mal die experimentelle Baustelle besichtigt, wird feststellen, dass sich viel verändert hat.
Bei geführten Rundgängen und Familienführungen können Besucherinnen und Besucher interessante Geschichten über den Bau des Klosters erfahren. In den Ferien ist mittwochs Mitmachtag. Dann können Freiwillige spontan mithelfen. Wo mitgeholfen werden kann, richtet sich nach Baufortschritt.
Burg Zavelstein ist seit 300 Jahren eine Ruine und immer noch herrscht dort eine mittelalterliche Atmosphäre. Foto: IMAGO
Überfälle, Verkäufe, Umbauten, Erbfolgekriege und Plünderungen: die Burg Zavelstein hat in den 800 Jahren seit ihrer Errichtung turbulente Zeiten erlebt. Seit 1710 eine Ruine, ihren Charme hat sie dennoch nicht verloren. Prächtige Mauern, verborgene Treppen, geheimnisvolle Gänge und ein herrlicher Blick vom Turm lassen die Besucher noch heute das Mittelalter nachspüren.
Das Römische Freilichtmuseum in Hechingen-Stein Foto: Römisches Freilichtmuseum
Fühle dich wie ein echter Römer auf einem Streitwagen auf dem Spielplatz des Römischen Freilichtmuseums. Das Museum ist eine weitläufige Anlage, malerisch auf einer Anhöhe gelegen. Von dort blickt man auf die Burg Hohenzollern und den Albtrauf. Als die Römer sich in Hechingen-Steil niederließen, gab es die Burg noch nicht, den Albtrauf schon. Heute lädt das Museum Besucherinnen und Besucher ein, sich die rekonstruierten Bauwerke anzusehen, Eckturm, Badehaus, Tempelbezirk. Kinder haben die Möglichkeit, auf einer Kugelbahn ein Wettrennen zu veranstalten während Eltern eine Pause auf der Sonnenterrasse einlegen. Rund um das Museum herum führt ein Rundweg und erläutert an zahlreichen Stationen die römische Geschichte und eine Grillstelle lädt zu einer Pause ein.
Dicke Mauern der Festungsruine Hohenneuffen. Foto: Achim Mende
Eine Burg wie aus dem Märchen. Stolze drei Meter dick war die Schildmauer als Mangold von Sulmetingen-Neuffen sie 1140 errichten ließ. Teile davon kann man auch noch heute bestaunen. In ihrer nun 700-jährigen Geschichte wurde die Burg auf dem Hohenneuffen von den Burgherren stetig ausgebaut und erweitert, die Fertigkeiten der Arbeiter immer ausgefeilter. Schon die Lage auf dem Felssporn machte die Burg schwer erreichbar, irgendwann sogar unannehmbar. Und noch heute staunen Besucherinnen und Besucher über diesen Platz, wenn sie die Ruine besichtigen. Begehbare Verliese, Mauern, Türme, Kasematten und hier und da ein Blick durch schmale Fensteröffnungen. Zu gerne möchte man den einstigen Bewohnern lauschen.