Am Rande der Schwäbischen Alb, hoch über der Stadt Neuffen, liegen die Überreste einer der größten Höhenburgen Süddeutschlands. Ihre mächtigen Mauern zeugen von großer geschichtlicher Wichtigkeit: Der Hohenneuffen war Schauplatz historischer Ereignisse, entwickelte sich vom mittelalterlichen Wohnsitz über eine Landesfestung bis zum Staatsgefängnis. Heute ist die Ruine ein beliebtes Ausflugsziel im Kreis Esslingen, das Besucher bei verschiedenen Führungen kennenlernen können.
So informiert das Team der Festungsruine auf besondere Weise über das Führungsprogramm, das bis zum 31. Oktober zahlreiche Termine bietet: Die Näherin Notburga kommt aus der Zeit Herzog Ulrichs und berichtet, wie man sich im Mittelalter kleidete. Zeugwart Leonhard Hartmann ist Experte für Waffenkunde und entführt die Gäste in die herausfordernde Zeit des Zeit des Dreißigjährigen Kriegs. Beide Persönlichkeiten stehen auch für ein Erinnerungsfoto bereit.
Falkner und Sternlesgucker zu Gast auf dem Hohenneuffen
Auf dem höchsten Teil der Festung lässt Wolfgang Weller um 12, 14 und 16 Uhr seine Jagdvögel fliegen und erzählt allerlei Wissenswertes über die Kunst der Falknerei. Besonders stimmungsvoll wird es in den sonst eher düsteren Kasematten: Beim Gang durch das mit Kerzen ausgeleuchtete Gewölbe erhalten Gäste einen Vorgeschmack auf die Abendführungen im Herbst und Winter.
An verschiedenen Orten der Festungsruine wird es auch die Möglichkeit geben, selbst aktiv zu werden. Im Unteren Hof können Interessierte ihr Geschick beim Bogenschießen beweisen, für Kinder gibt es verschiedene Mitmachangebote. Und wer will, kann mit einem Teleskop die Sonne beobachten – so machen die Sternlesgucker aus dem Schwabenland auf ihre regelmäßig stattfindenden Angebote auf der Burg aufmerksam.
Der Eintritt zur Burgruine ist grundsätzlich frei, am Aktionstag sind einzelne Angebote jedoch kostenpflichtig. Bei sehr schlechtem Wetter fällt die Veranstaltung aus, teilen die Staatlichen Schlösser und Gärten mit. Alle Infos zu den Öffnungszeiten und Führungen auf dem Hohenneuffen findet man online: www.schloesser-und-gaerten.de
Die Burg Hohenneuffen war einstmals sogar zum Abriss freigegeben
Zur Geschichte: Im 12. und 13. Jahrhundert war der Hohenneuffen die Stammburg der Herren von Neuffen, die zum schwäbischen Hochadel gehörten. In der Zeit von Herzog Ulrich von Württemberg (1487–1550) und seinem Nachfolger Christoph (1515–1568) wurde die Höhenburg zu einer württembergischen Landesfestung ausgebaut und galt als uneinnehmbar. Im Lauf der Jahrzehnte verlor die Anlage jedoch zunehmend an Bedeutung und wurde aufgegeben. In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts diente der Hohenneuffen nur noch als Steinbruch, doch dann wurde seine weitere Zerstörung verboten. Damit bewahrte man das kulturelle Erbe der mittelalterlichen Festung. Bald darauf begann die touristische Erschließung.