Mit den erwarteten ersten sonnigen Tagen am langen Osterwochenende startet die Ausflugsaison in Stuttgart so richtig, auch am Parkplatz an der Egelseer Heide in Rotenberg. Bereits seit 2022 müssen Besucher an Wochenenden und Feiertagen für die Stellflächen an dem beliebten Naherholungsgebiet oberhalb der Grabkapelle bezahlen. Das in der Landeshauptstadt bislang einmalige Pilotprojekt geht somit in die fünfte Saison. Und hat sich nach Angaben von Polizei und Stadt bewährt.
Parkgebühren um totales Verkehrschaos zu verhindern
Seit Sommer 2022 gilt die Parkgebühr an der Egelseer Heide. Von 1. März bis 31. Oktober müssen Besucher für die 115 Stellplätze zu den Hauptbesuchszeiten am Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Die Gebühren sind happig: für bis zu zwei Stunden müssen vier Euro, für bis zu vier Stunden acht Euro und für den ganzen Tag sogar zwölf Euro bezahlt werden. Derzeit wird laut Stadt geprüft, ob die Preise im Rahmen der allgemeinen Parkgebührensatzung angepasst werden können.
Die Stadt sah sich zu diesem Schritt gezwungen, da vor allem an schönen Wochenenden im beschaulichen Stuttgarter Stadtteil das absolute Chaos herrschte. Ausflügler aus der gesamten Region überfluteten die über dem Neckartal gelegenen Weinberge, die Grabkapelle auf dem Württemberg und das Naherholungsgebiet am Ortsende von Rotenberg. Um das komplette Zusammenbrechen des Verkehrs zu verhindern, mussten zeitweise die Zufahrtsstraßen gesperrt und auch Autos abgeschleppt werden. Das scheint nun nicht mehr notwendig zu sein. „Im vergangenen Jahr kam es zu keinen Verkehrsproblemen“, sagt Polizeisprecher Stephan Widmann. Noch nicht einmal ein Verstoß gegen das Grillverbot musste geahndet werden.
Polizei und Stadt verzeichnen keine Verstöße
Die Lage hat sich also deutlich entspannt, heißt es auch von Seiten der Stadt. Die Besucher akzeptieren offenbar die Gebührenregelung. Da keinerlei Beschwerden eingegangen seien, wurde der Parkplatz „nur an einzelnen Samstagen kontrolliert“, sagt Stadtsprecher Oliver Hillinger. „Dabei wurden auch keine Verstöße festgestellt.“ Dass Autofahrer zudem auf den Ortskern ausweichen könnten, um die Gebühren zu umgehen – wie zu Beginn befürchtet wurde –, sei nicht der Fall. Eine Ausweitung der Parkregelung sei daher derzeit nicht geplant.
Die positive Bilanz weckt natürlich Begehrlichkeiten. Bereits im Vorfeld der Einführung wurden Stimmen laut, eine ähnliche Regelung auch an anderen Ausflugszielen in der Landeshauptstadt umzusetzen, wie zum Beispiel am Max-Eyth-See und am Schloss Solitude. Denn bislang ist die Fläche an der Egelsser Heide der einzige, bewirtschaftete Ausflugsparkplatz im städtischen Eigentum. „Grundsätzlich prüfen die zuständigen Ämter, ob sich das Modell auch auf andere stark besuchte Ziele übertragen lässt“, sagt Hillinger. Konkrete Planungen gebe es dazu aber derzeit nicht.