Der Reußenstein thront scheinbar unverwundbar über dem Neidlinger Tal. Doch der Felssporn, auf dem die Ruine steht, brökelt. Bevor er saniert wird, müssen noch ökologische und denkmalschützerische Fragen geklärt werden.

Esslingen: Thomas Schorradt (adt)

Neidlingen - Die gute Nachricht: Der Landkreis hat im Haushaltsjahr 2017 halbe Million Euro gespart. Die schlechte Nachricht: Der Fels unterhalb des Reußensteins, der mit dem Geld gesichert werden sollte, ist deshalb nicht weniger absturzgefährdet. Bevor die Techniker ihre Felsanker in den ökologisch sensiblen Bereich einschlagen, sind jedoch weitere Untersuchungen notwendig. Das Ausflugsziel ist dem Landkreis lieb – und teuer. Schon im Jahr 2014 war der Zugang zur Ruine gesperrt worden, weil mehrere Kubikmeter große Felspartien abzustürzen drohten. Das hat dazu geführt, dass die unterhalb der Ruine verlaufenden Wanderwege wegen Steinschlaggefahr gesperrt wurden. Die Burganlage selbst, in ihren jetzigen Umrissen Mitte des 14. Jahrhunderts entstanden, ist seitdem in zwei Abschnitten mit einem Aufwand von 600 000 Euro saniert worden. Von dem ursprünglichen Bauwerk, das im späten 13. Jahrhundert von den Herzögen von Teck auf den markanten Felssporn am Albtrauf gesetzt wurde, ist nur noch ein Rest Sockelmauerwerk im südlichen Teil des Bergfrieds erhalten.