Ausflugsziele am Wasser 8 überraschend schöne Orte am Neckar

Die Hessigheimer Felsengärten sind einen Ausflug wert - dort zeigt sich der Neckar von seiner schönsten Seite. Weitere Tipps sammeln wir in der Bildergalerie. Foto: Imago/Westend61

Freizeit am Fluss: Immer mehr Menschen erkennen den Wert, den der Neckar für die Region Stuttgart haben könnte. Wer sucht, findet schon heute etliche Flecken, die einen Besuch lohnen.

Entscheider/Institutionen : Kai Holoch (hol)

Der Neckar ist vor allem in und rund um Stuttgart ein Fluss mit schlechtem Image. Dabei hat er deutlich mehr zu bieten, als manche und mancher vermuten mögen. Es gibt auch hier überraschend schöne Gegenden und Orte, an denen man gelegentlich sogar entspannt die Füße im Wasser baumeln lassen kann. Wir zeigen acht schöne Orte, an denen man den Neckar in der Region genießen kann. 

 

Neckaridyll in Nürtingen

Foto: Ines Rudel

In Nürtingen ist das Neckaridyll noch in Ordnung. Vom Neckarufer in der Nähe der Freien Kunstakademie aus gibt es wundervolle Blicke hinüber zur Altstadt und zur Stadtkirche St. Laurentius. Der Neckarradweg führt direkt an die teilweise verwinkelten Altstadtgassen heran. 

Neckarknie in Plochingen 

Foto: Roberto Bulgrin

Wo Neckar und Fils zusammenfließen, liegt das Neckarknie. 1998 sind die Menschen in Massen auf das angrenzende Plochinger Landesgartenschaugelände gestürmt. Auch heute noch lockt das Areal an sonnigen Tagen vor allem  Familien auf den immer noch attraktiven Spielplatz und die etwas  Älteren zur Gaststätte am Neckar oder ins Umweltzentrum. An dieser Stelle endet allerdings auch für viele Kilometer der idyllische Teil des Neckars. Der wenige Hundert Meter entfernte Plochinger Hafen steht sinnbildlich für die Industrialisierung des Neckars.

Esslingen am Neckar 

Foto: Ines Rudel

Esslingen am Neckar - die ehemalige Freie Reichsstadt führt den Fluss sogar direkt im Namen – und sie war auch eine der ersten Städte, die sich mit der Wiederaufwertung der Neckarufer beschäftigt hat. Punktuell sind am Neckar  Aussichtsplattformen entstanden. Auch ein Neckarpark im Bereich der Neuen Weststadt ist geplant. Die wahre Schönheit entfaltet der Fluss aber nach wie vor nicht an seinem Hauptarm, sondern in seinen Kanälen, die die Esslinger Altstadt durchfließen und die man mit Kanus erkunden kann. 

Gastro am Neckar in Stuttgart

Foto: Lichtgut/Michael Latz

Ein Geheimtipp ist „Hallo Emil“, fußläufig in wenigen Minuten von der Untertürkheimer S-Bahn-Station erreichbar, schon lange nicht mehr. Einen schönen Abend mit Freunden kann man in der Freiluftkneipe, die mancher liebevoll auch das „Wohnzimmer am Neckar“ nennt, aber immer noch erleben. Und schöne Ausblicke  auf  den Neckararm gibt es kostenlos dazu. 

Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Wie schwer es ist, Leben an den Fluss zurückzubringen, davon können die Erfinder von Frida’s Pier an der Inselstraße 107 in Stuttgart ein langes Lied singen.  Doch mittlerweile hat die Party-Location sich etabliert. Wie heißt es in der Eigenbeschreibung: „Fridas Herz schlägt tief unter der Wasseroberfläche. Früher lagerten hier 900 Tonnen Kies und Kohle. Jetzt schlagen unter Wasser die Bässe aus der fein abgestimmten Funktion-One-Anlage. Tanzen. Feiern. Abtauchen.  So lange, bis du über dem Neckarstadion die Sonne aufgehen siehst . . . Mehr geht nicht. Moin, Stuttgart!“ 

Neckarstrand in Remseck

Foto: Max Kovalenko

Der Neckarstrand am Zusammenfluss von Neckar und Rems in Remseck gehört  zu den Vorzeigeprojekten, wenn es darum geht, den Neckar wieder den Anwohnerinnen und Anwohnern zurückzugeben. Durch die Verknüpfung der beiden Flusslandschaften bildet Remseck am Neckar das lebendige Tor ins Remstal. Sitzstufen ermöglichen den Zugang zum Fluss, während mehrere Remsbalkone  Blicke über das Wasser bieten und zum Verweilen einladen. Der fast 100 Meter lange Neckarstrand mit seiner besonderen Atmosphäre entstand 2013 und 2014 im Rahmen des Life+-Projektes „my favourite river“. Er besteht in seinem unteren Teil aus 350 Kubikmeter reinem Natursand, der im Mündungsbereich angespült wurde. 

Neckarbiotop Zugwiesen in Ludwigsburg

Foto: Simon Granville

Einer der besonders schönen Orte am Wasser  ist das Neckarbiotop Zugwiesen. In der naturnah umgestalteten Auenlandschaft mit Blick auf den Ludwigsburger Stadtteil Poppenweiler und die markanten Steillagen wird ein wertvolles Ökosystem erlebbar gemacht. Gemeinsam mit der Stadt hat der BUND dort ein Monitoringsystem installiert, das die Vorgänge unter Wasser dokumentiert. Mit dem sogenannten „Riverwatcher“ ist es möglich, die Fischwanderung –  also die Umgehung der Staustufe –  nachzuweisen. Vom Aussichtsturm „Storchennest“ aus haben Besucher einen schönen Blick über das gesamte Biotop und den Neckar. Es gibt einen Themenpfad sowie Führungen mit den „Zugwiesen-Guides“. Auch führt der  Neckartal-Radweg direkt an den Zugwiesen vorbei.   

Felsengärten im Kreis Ludwigsburg

Foto: Simon Graville

Bevor der Neckar die Region Stuttgart verlässt und in Richtung Heilbronn weiterfließt, wird es noch einmal besonders pittoresk. Beim wunderschönen, auf einem Hügel gelegenen Weindorf Besigheim, das alleine schon eine Besichtigung wert ist – es gibt dort auch viele urige Restaurants – sind es vor allem die Steillagen am Neckar, die die Blicke auf sich ziehen. Etliche Wanderwege tragen bei zu einem abwechslungsreichen Tag, den man nicht so schnell vergessen wird. 

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