Ausflugsziele in der Region Stuttgart Reizvolle Landschaften vor der Haustüre

Für reizvolle Ausflugsziele muss man nicht immer weit reisen. Foto: Landratsamt Göppingen

Viele Menschen erkennen in diesen schweren Corona-Zeiten eines: das Gute liegt so nah. Beispielsweise eine der schönsten Gegenden der Republik, wie Achim Wörner meint.

Regio Desk: Achim Wörner (wö)

Stuttgart - Zwei Mal besuchte der Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe die Stadt Stuttgart: 1779 war er, so wird kolportiert, inkognito unterwegs, wurde aber trotzdem vom damaligen Herzog Carl Eugen in allen Ehren empfangen. 1797 wiederum fühlte sich der Dichter in der Schwabenmetropole so wohl, dass er dem für seine Nymphen berühmten Bildhauer Johann Heinrich Dannecker gestand: „Nun habe ich Tage hier verlebt, wie ich sie in Rom lebte.“

 

Ach, was könnte dieser Tage besser passen zur Lage an der Reise- und Ferienfront, als dieses Bonmot. Denn seien wir ehrlich zu uns selbst: Wen zieht es momentan schon ernsthaft in ferne Gefilde, da noch immer ein unsichtbares, aber gefährliches Virus in der Luft liegt?

Ferne Ziele wenig verlockend

Gewiss, in Österreich oder auch in Frankreich und Italien ist Corona mittlerweile eingedämmt, die Strände sind offen, auch wenn Masken und Abstand verlangt werden. Aber viele Domizile scheinen wenig verlockend. In Spanien wie in südosteuropäischen Ländern gibt es vielerlei virale Hotspots. Und wer mag sich schon in der Türkei, die nun in einigen Zentren wieder deutsche Touristen empfängt, dem Risiko aussetzen, vor der Abreise beim dann obligatorischen Test als Sars-CoV-2-positiv erkannt zu werden und prompt vor Ort in Quarantäne zu müssen.

Und so haben sich viele Menschen früh nach dem Lockdown im März entschieden, diesen Sommer gar nicht erst alle sieben Sachen zu packen – sondern daheim zu urlauben, Balkonien zu genießen, die nähere Umgebung, die angestammte Heimat zu erkunden. Eben daran knüpft die diesjährige Sommerserie unserer Zeitung an. Unter dem Motto „Natur aktiv“ haben wir – wie schon im vergangenen Jahr – in Kooperation mit der Regio Stuttgart Marketing- und Tourismus GmbH und dem Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) insgesamt 24 Tipps für Trips zusammengestellt. Vier Wochen lang wollen wir damit im gedruckten Teil der Zeitung und auf digitalen Kanälen Lust machen, speziell den Ballungsraum am Neckar zu erkunden, wobei partiell auch Ziele außerhalb der Grenzen der politischen Region Stuttgart zum Programm gehören.

Viele Ausflugsmöglichkeiten

Allein die Liste der Ausflugsempfehlungen macht deutlich: Die Vielfalt der Möglichkeiten ist erstaunlich. Sie reicht vom Auftakt des Wassererlebnisses auf der Enz bei Bietigheim-Bissingen über den Hermann-Lenz-Wanderweg im Hohenlohischen bis hin zum Museumsradweg bei Nürtingen. Egal, ob jung oder alt, ob Familie, Single oder Gruppe – für alle dürfte etwas dabei sein. Nicht auf die ohnehin publikumsträchtigen Orte haben wir das Augenmerk gerichtet, sondern bewusst auch auf Unbekannteres. Wichtig bei alledem: die Möglichkeit einer ökologischen und bequemen An- und Abreise mit dem öffentlichen Nahverkehr.

Keine Frage: Corona hat, das hört man immer wieder, auch dazu geführt, sich wieder stärker auf das Hier und Jetzt, auf das Nahe statt das Exotische zu fokussieren. Und bei nicht wenigen Bewohnern der Region Stuttgart dürfte die Erkenntnis gereift sein, doch in einer der schönsten und abwechslungsreichsten Landschaften der Republik zu leben, umgeben zu sein von reizvoller Natur an Wäldern, Wiesen und Weinbergen. Hinzu kommen tolle kulturelle Angebote und ungezählte andere Freizeitmöglichkeiten. Auch hierzulande, direkt vor der Haustüre, lässt sich Erholung finden, können sich echte Urlaubsgefühle entwickeln. Wie einst beim Geheimrat Goethe. Wie schrieb er? „Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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