Ausgedient Jugendarbeit vor der Auflösung

Im Jahr 2003, bei der Einrichtung des Jugendhauses im Feuerwehrmagazin, packten die Vereinsmitglieder kräftig mit an. Foto: Rudel/Archiv
Im Jahr 2003, bei der Einrichtung des Jugendhauses im Feuerwehrmagazin, packten die Vereinsmitglieder kräftig mit an. Foto: Rudel/Archiv

Der Verein „Offene Jugendarbeit Rechberghausen“ fühlt sich mangels Grundlage überflüssig. Die endgültige Auflösung ist jetzt aber noch einmal vertagt worden.

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Rechberghausen - Für den Vereinsvorsitzenden Ralf Erdhütter ist die Sache eigentlich abgeschlossen. Die Mitgliederversammlung des Vereins „Offene Jugendarbeit Rechberghausen“ hätte seiner Ansicht nach eigentlich „eine Versammlung der Grabträger“ sein sollen. Seit der Schließung des Jugendtreffs Static und der Freistellung der Jugendsozialarbeiterin vor drei Jahren sei die Vereinsarbeit zum Erliegen gekommen, so Erdhütter. Grundlage des Vereins sei gewesen, den Jugendtreff und die Arbeit der von der Kommune eingestellten Sozialarbeiterin zu unterstützen.

Nur fünf Mitglieder erscheinen

So waren am Mittwochabend auch nur fünf von 25 Mitgliedern zur Hauptversammlung erschienen. Die Auflösung des Vereins wurde jedoch vertagt. Darum hatte auch der scheidende Bürgermeister Reiner Ruf gebeten. Er hatte wie auch seine Nachfolgerin Claudia Dörner gehofft, der Verein als Struktur bleibe noch erhalten. „Wir wollen das Thema Jugendarbeit im nächsten halben Jahr aufgreifen, und es wäre schade, wenn der Verein sich jetzt vorher schon auflösen würde“, so Dörner. Diese Bitte ist erhört worden. .

„Wir wollen die weitere Entwicklung noch einmal abwarten“, bestätigt Ralf Erdhütter. Unter anderem habe auch der Kreisjugendring in Aussicht gestellt, ein neues Projekt für die Jugendarbeit im Kreis im Herbst aufgreifen zu wollen. „Es hängt dann aber davon ab, ob wir neue Leute motivieren können, sich im Verein zu engagieren“, so Erdhütter. Bedarf für ein Angebot für Jugendliche sieht er durchaus.

Eher Streetwork von Nöten

Dass sein Verein als Jugendhausverein in der bisherigen Form weitergeführt werden kann, bezweifelt er jedoch. Eine Art von Streetwork sei heutzutage sicher eher angebracht.

Dennoch, den größten Schwung hatte die offene Jugendarbeit in Rechberghausen wohl vor mehr als einem Jahrzehnt noch gehabt, als sich 2002 aus dem mittlerweile längst aufgelösten Jugendrat heraus eine Initiative für einen Jugendtreffpunkt bildete. Diese Lücke hatte der legendäre Jugendclub Sanssouci in der Krypta der evangelischen Kirche hinterlassen, als dieser drei Jahre zuvor nach diversen Querelen geschlossen worden war.

Jugendtreff am Sonnenberg scheiterte

Eine Möglichkeit für einen Jugendtreff bot damals das alte Feuerwehrmagazin neben dem Rathaus. Mit viel Engagement richteten die Jugendlichen sich dort ihre Räume her. Zur Unterstützung wurde der Verein „offene Jugendarbeit“ gegründet und eine Stelle für die Jugendarbeit geschaffen, die der Verein in den folgenden Jahren erfolgreich vor dem Rotstift einiger sparwütiger Gemeinderäte schützte.

Dass das bei den Jugendlichen beliebte Feuerwehrmagazin nur eine Lösung auf Zeit sein konnte, war den damaligen Akteuren klar. Der hölzerne Bau stand auf Abbruch. Als sich diese Pläne vor sechs Jahren konkretisierten, machte sich der Verein auf die Suche nach einer neuen Bleibe für den Jugendtreff. Fündig wurde man nur auf dem Sonnenberg. Mitten in der östlichen Wohnsiedlung von Rechberghausen stand ein kleiner Lebensmittelladen leer. Mit viel Euphorie wurde dort im Jahr 2010 das Jugendhaus Static eingeweiht. An Mahnern hatte es aber bereits damals nicht gefehlt, die darauf verwiesen, dass dieser Standort nicht nur zu weit ab vom Schuss liege, sondern umgeben von Wohnhäusern auch zu viel Konfliktpotenzial berge.

Nach nicht einmal drei Jahren, in denen es immer wieder mal zu Ärger mit dem Nachbarn kam und in denen sich die jugendlichen Besucher zunehmend rar machten, wurde das Static geschlossen.




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