Auslosung in der Champions League Topclubs und Traumlose: Der VfB hofft auf lukrative Gegner

Der Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt hofft mit den Kollegen des VfB auf interessante Duelle in der Hauptrunde der Champions League. Foto: mago//Frank Hörmann

Vieles ist neu, wenn an diesem Donnerstag in Monaco die Vorrundenspiele der Champions League bestimmt werden. Der VfB Stuttgart befindet sich in Topf vier – und bekommt acht Gegner für je vier Heim- und Auswärtsspiele zugelost.

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)

Es kündigt sich Großes an – also rücken auch die Spieler des VfB Stuttgart nach ihrem klaren 5:0-Erfolg bei Preußen Münster in der ersten Runde des DFB-Pokals zusammen. Wenn an diesem Donnerstag (18 Uhr) im Rahmen eines Galaabends im Grimaldi Forum in Monaco auch ihre acht Gegner für die anstehende Champions-League-Hauptrunde ermittelt werden, dann wird sich der gesamte Kader des Vizemeisters gemeinsam vor dem Fernseher das Prozedere ansehen. „Wir betreten alle Neuland“, sagt der vom FC Augsburg gekommene Stürmer Ermedin Demirovic: „Ein Lebenstraum geht nicht nur für mich in Erfüllung.“

 

36 statt zuvor 32 Teams sind in der Königsklasse erstmals dabei. Da nicht mehr in Gruppen gespielt wird, hat sich einiges verändert. Das betrifft sowohl die Auslosung, bei der für den VfB Alexander Wehrle (Vorstandsvorsitzender), Fabian Wohlgemuth (Sportvorstand) und Rouven Kasper (Vorstand Marketing und Vertrieb) im Fürstentum dabei sind, als später auch den Spielmodus. Der deutsche Fußball geht mit fünf Teams ins Rennen. Neben dem VfB sind dies Bayer Leverkusen, der FC Bayern München, RB Leipzig sowie Borussia Dortmund.

Was erwartet den VfB im neuen Modus?

Das Modell mit den acht Vierergruppen, in denen sich die beiden jeweils Erstplatzierten für das Achtelfinale qualifizieren, ist Geschichte. Nun streiten alle 36 Teams in einer Gesamttabelle ums Weiterkommen. Aber natürlich spielt nicht jeder gegen jeden. Jede Mannschaft bestreitet acht Hauptrundenspiele – und damit zwei mehr als im bisherigen Format. Also trifft der VfB in jeweils vier Heim- und vier Auswärtsspielen auf acht unterschiedliche Gegner.

Wie qualifiziert man sich für das Achtelfinale?

Die ersten acht Mannschaften der 36 Clubs umfassenden Gesamttabelle sind fix für das Achtelfinale qualifiziert. Die Teams auf den Tabellenplätzen 9 bis 24 spielen in einer neuen K.-o.-Zwischenrunde um das Weiterkommen. Hierbei treten die Mannschaften auf den Plätzen 9 bis 16 gegen jene auf den Plätze 17 bis 24 an – und spielen zunächst auswärts. Die acht Mannschaften auf den Plätzen 25 bis 36 sind dagegen ausgeschieden, spielen auch nicht in der Europa League. Im Achtelfinale treffen die acht direkt qualifizierten Teams – zunächst auswärts – auf die Gewinner der K.-o.-Zwischenrunde.

Wie sind die Lostöpfe bestückt?

Insgesamt gibt es für die 36 Teams vier Töpfe, in denen sich also jeweils neun Mannschaften befinden. Dabei führt der Titelverteidiger Real Madrid den ersten Topf an, während alle weiteren Positionen absteigend nach dem Uefa-Koeffizienten besetzt werden. Der VfB Stuttgart, der zuletzt in der Saison 2009/2010 in der Champions League und seit 2013 gar nicht mehr international spielte, befindet sich in Topf vier. Jedem Team werden aus jedem Topf, also auch dem eigenen, zwei Mannschaften zugelost (jeweils ein Heim- und ein Auswärtsspiel). Jedes Team hat damit acht Gegner.

Welche lukrativen Gegner warten auf den VfB?

Im Lostopf eins befinden sich neben Titelverteidiger Real Madrid noch Manchester City, Bayern München, Paris Saint-Germain, FC Liverpool, Inter Mailand, Borussia Dortmund, RB Leipzig und der FC Barcelona. Da Vereine aus demselben Land in der Liga-Phase nicht aufeinandertreffen können, reduziert sich der Kreis der zwei potenziellen Stuttgarter Topgegner für je ein Heim- sowie ein Auswärtsspiel hier um die deutschen Teams.

Auch Topf zwei ist neben dem deutschen Meister Bayer Leverkusen, auf den der VfB nicht treffen kann, mit Atlético Madrid, Atalanta Bergamo, Juventus Turin, Benfica Lissabon, FC Arsenal, FC Brügge, Schachtjor Donezk und dem AC Mailand lukrativ bestückt.

Wir funktioniert die Auslosung?

Da keine Vereine aus demselben Land gegeneinander spielen dürfen – und zudem jeder Verein maximal auf zwei Clubs aus einem anderen Nationalverband treffen soll, wird es kompliziert. Eine klassische Ziehung mit Loskugeln ist nicht mehr möglich, dazu wären 1000 Kugeln in einem Zeitrahmen von drei Stunden nötig gewesen. Also übernimmt größtenteils eine Software. Per Hand gezogen wird jeder Club einmal, der Computer errechnet die acht Gegner und wer gegen wen auswärts spielt. Der genaue Zeitplan, wann welches Spiel ausgetragen wird, folgt erst am Samstag. So geht die Auslosung, die nach Auskunft der Uefa betrugssicher ist, in 35 Minuten über die Bühne.

Wann wird gespielt?

Bislang sind nur die Rahmendaten der Spiele bekannt: 1. Spieltag: 17. bis 19. September; 2. Spieltag: 1./2. Oktober ; 3. Spieltag: 22./23. Oktober; 4. Spieltag: 5./6. November; 5. Spieltag: 26./27. November; 6. Spieltag: 10./11. Dezember; 7. Spieltag: 21./22. Januar 2025; 8. Spieltag: 29. Januar 2025; K.-o.-Zwischenrunde: 11./12. und 18./19. Februar 2025; Achtelfinale: 4./5. und 11./12. März 2025; Viertelfinale: 8./9. und 15./16. April 2025; Halbfinale: 29./30. April und 6./7. Mai 2025; Finale: 31. Mai 2025 in München.

Wie kommt man an Karten?

Nach allem, was bislang bekannt ist, werden keine Champions-League-Tickets in den freien Verkauf kommen. Zu begehrt sind die Plätze für die Heimspiele in der Stuttgarter MHP-Arena. Inzwischen besitzt der VfB 107 000 Mitglieder. Nur sie und die Dauerkartenbesitzer konnten sich um Karten bewerben. Dauerkartenbesitzer konnten sich ihren Platz im Viererpaket für alle vier Heimspiele sichern. Für Mitglieder war eine Einzelbewerbung für jedes Spiel möglich, mit dem Limit von einem Ticket pro Spiel. Wer eine Karte erhält, entscheidet wiederum ein Softwareprogramm, das auf dem Zufallsprinzip beruht.

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