Ausnahme-Tischtennisspieler aus Bietigheim-Bissingen Hartmut Freund spielt bei Special Olympics

Von pho 

Er hat es endlich geschafft: Jahrelang bekam der geistig behinderte Tischtennisspieler von seinem Verband keine Nominierung für die Weltspiele der Special Olympics. Jetzt fliegt der 51-Jährige nach Abu Dhabi.

2018 gewann Hartmut Freund ein Special-Olympics-Turnier in Luxemburg. Foto: Albert Krier
2018 gewann Hartmut Freund ein Special-Olympics-Turnier in Luxemburg. Foto: Albert Krier

Bietigheim-Bissingen - Hartmut Freund, der geistig behinderte Ausnahme-Tischtennisspieler aus Bietigheim-Bissingen, wird Mitte März zum ersten Mal bei den Weltspielen der Special Olympics teilnehmen. Die Olympischen Spiele für Sportler mit geistiger Behinderung finden vom 14. bis 21. März in Abu Dhabi statt. In der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate werden rund 7000 Athleten aus 170 Ländern in 25 Sportarten teilnehmen.

Im Wettbewerb trifft er auf Gegner, die ihm intellektuell überlegen sind

Für den 51-jährigen Spieler und seinen Bruder Norbert Freund, der ihn pflegt, trainiert und managt, ist die Teilnahme ein großer Erfolg, denn bislang hatte ihn der deutsche Verband der Special Olympics nicht für den größten internationalen Wettbewerb nominiert – dabei hatte er bei der deutschlandweiten Variante der Spiele 2014, 2016 und 2018 dreimal hintereinander Gold im Herren-Einzel gewonnen. Hartmut Freund gilt als der weltbeste Tischtennis-Spieler mit einer schweren geistigen Behinderung. In Wettbewerben trifft er jedoch häufig auf Spieler mit deutlich geringeren Einschränkungen – was seine Siegchancen mindert. Freund spielt und trainiert auch im Regelsport mit: Für den Tischtennisclub Bietigheim-Bissingen gewann er in der Bezirksklasse schon mehrfach Medaillen bei Meisterschaften.

Freund startet auch im Doppel mit einem nichtbehinderten Sportler

In Abu Dhabi wird Freund außer im Einzel und im gemischten Doppel auch bei so genannten „Unified-Wettbewerben“ starten. Dabei bilden behinderte und nichtbehinderte Sportler ein Team. Freund geht dabei mit Heinrich Schullerer vom TSV Schmiden an den Start. Insgesamt gehören der deutschen Delegation 230 Personen an – davon über 30 nichtbehinderte Sportler und über 50 Trainer.