Ausnahmezustand in Schorndorf Ein Stadtfest wie ein Sommertag im Süden

Auch rund um den Rosen-Platz wird gefeiert. Foto: Eva Herschmann

In der Schorndorfer Innenstadt herrscht noch bis einschließlich Dienstag die große Fröhlichkeit bei der 54. Auflage der SchoWo.

Zwei Bühnen, ein Programm, das für Rock-, Blasmusik- und Klassikfans etwas zu bieten hat, und jede Menge kulinarischer Angebote in fester und flüssiger Form: Die 54. SchoWo in Schorndorf, die seit Freitag gefeiert wird, ist ein Stadtfest aus dem Bilderbuch in traumhafter Kulisse, egal ob auf dem historischen Marktplatz oder dem Rosen-Platz. Sogar Petrus spielte mit und schickte nach dem etwas verregneten Auftakt viele Sonnenstrahlen. Und das gute Wetter hält laut den Prognosen noch bis zum Dienstag an, denn so lange dauert der fröhliche Ausnahmezustand in der Daimlerstadt noch an.

 

Zwei Schläger beim Fassanstich

Routiniert erledigte Bernd Hornikel, Schorndorfs OB, seinen dritten Fassanstich mit zwei gezielten Schlägen, um sich vor dem fröhlichen Feiern mit einem ernsten Appell an die Landesregierung zu wenden. „Schorndorf, das Remstal und das Wieslauftal brauchen nach der Flut Hilfe“, sagte Hornikel. Doch eben weil die vergangenen sechs Wochen „intensiv und herausfordernd“ gewesen seien, so der Verwaltungschef, hätten sie auch gezeigt, „wie solidarisch Schorndorf ist“. Diese Solidarität werde gerade auch von den Vereinen gelebt, die das Herzstück der SchoWo bilden – mit Bühnenauftritten ihres Nachwuchses, Bingo, der Happy-Hour- Show und der Kinder-Olympiade.

Gemeinschaft ist das Motto der Schowo, und das gilt auch für das Gedränge zu den Stoßzeiten auf dem historischen Marktplatz. Doch bei den großzügigen anberaumten Festzeiten in Schorndorf, freitags und samstags geht die Party bis 0.30 Uhr, an allen anderen Tagen ist um 23 Uhr Zapfenstreich, fand jeder irgendwann ein Plätzchen. Die Besucherströme gingen schließlich auch in alle Richtungen, und das nicht nur auf der Suche nach einem Sitzplatz. Genügend davon gab es verteilt auf die ganze Innenstadt, ebenso wie viele schöne Ecken. Eine Besucherin aus Fellbach fühlte sich angesichts der mit bunten Bändern und Lampions geschmückten Gottlieb-Daimler-Straße sogar wie im Süden. „Ein Besuch auf der SchoWo ist ja wie ein Urlaubstag“, sagte sie.

Weitere Innovation: Das Hofbräuregiment hat keinen Auftritt mehr

Und obwohl bei der SchoWo die Traditionen hoch gehalten werden, etwa mit dem kleinen Umzug stets zum Festauftakt, bei dem die Stadtgarde, die berühmten „Schorndorfer Weiber“ und die Landfrauen sowie dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr den OB zum Fassanstich geleiten, sperrt man sich nicht gegen Neuerungen. So steht seit 2023 nicht nur auf dem Marktplatz eine große Bühne für Auftritte und Live-Musik, sondern auch auf dem Rosen-Platz, und die beiden Fest-Zentren könnten gut miteinander, betont Dominique Wehrle von der Pressestelle der Stadt.

An eine weitere Innovation müssen sich einige SchoWo-Dauergäste aber wohl noch gewöhnen. Denn zum ersten Mal seit Jahren gibt es diesmal keinen Auftritt des Hofbräuregiments am Montagabend auf der Marktplatzbühne. Statt der Band, die schon 35-mal bei der SchoWo für Stimmung sorgte und im vergangenen Jahr sogar die Goldene SchoWo-Nadel bekam, wird die Classic-Rock-Formation Risk auftreten, die auch schon den Archivplatz und den Rosen-Platz rockte.

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