Außenverteidiger des VfB Stuttgart Der VfB will Maximilian Mittelstädt langfristig binden

Seit März deutscher Nationalspieler: Maximilian Mittelstädt Foto: imago//Gladys Chai von der Laage

Das Arbeitspapier des Nationalspielers soll vorzeitig verlängert werden. Wie der Zeitplan aussieht und warum in finanzieller Hinsicht noch Spielraum besteht.

Sport: David Scheu (dsc)

Lange hat es nicht gedauert, bis Maximilian Mittelstädt beim VfB Stuttgart wieder in der gewohnten Rolle angekommen ist. Genau genommen eine volle Trainingswoche. Die genügte dem Nationalspieler, um sich nach dem EM-Urlaub für die Startelf im ersten Pflichtspiel der Saison zu empfehlen – und im Duell um den Supercup bei Bayer Leverkusen (5:6 n. E.) auch gleich eine Torvorlage zum zwischenzeitlichen 1:1 zu geben.

 

Das war auch deshalb mehr als eine Randnotiz, weil es Neuzugang und Mittelstädt-Herausforderer Frans Krätzig zuvor als linker Außenverteidiger ja alles andere als schlecht gemacht hatte. Das Signal von Coach Sebastian Hoeneß war dann aber doch recht klar: Mittelstädt, einer der Senkrechtstarter der bärenstarken Vorsaison, spielt in den Planungen des Trainers eine zentrale Rolle. Im Hier und Jetzt, aber auch beim Blick in die Zukunft.

Mittelstädts Vertrag läuft noch bis 2026

Nach Informationen unserer Redaktion möchte man in Stuttgart das Arbeitspapier des gebürtigen Berliners vorzeitig verlängern – und sich dabei nicht mehr allzu viel Zeit lassen. Nach dem Ende der laufenden Transferperiode soll der ohnehin regelmäßige Austausch im September oder spätestens Oktober in konkrete Vertragsgespräche münden.

Das klingt einerseits reichlich frühzeitig, da Mittelstädts Kontrakt noch bis Sommer 2026 läuft. Zugleich ist es gerade bei Stammspielern in den seltensten Fällen der Wunsch der Vereinsverantwortlichen, in ein letztes Vertragsjahr zu gehen – schließlich könnten sie den Club dann mit Ende des Kontrakts ablösefrei verlassen. Beim VfB haben deshalb Vorstandsboss Alexander Wehrle und Sportchef Fabian Wohlgemuth zuletzt in mehreren Fällen eineinhalb Jahre vor Vertragsende Klarheit geschaffen durch vorzeitige Verlängerungen. Bereits Anfang 2023 mit Flügelstürmer Silas, Anfang 2024 unter anderem mit Enzo Millot und Chris Führich. Und zu Beginn des kommenden Jahres dann mit Mittelstädt?

In den Gesprächen wird es natürlich ganz wesentlich um sportliche Perspektiven gehen, aber auch um das liebe Geld. Vertragsverlängerungen mit sportlichen Eckpfeilern sind nicht selten mit einer Gehaltserhöhung verbunden – und in Mittelstädts Fall besteht hier auch noch Spielraum. Denn: Im Gegensatz zu anderen Nationalspielern im Kader wie Führich oder Deniz Undav ist der Höhenflug der Vorsaison mit der Vizemeisterschaft beim 27-jährigen Außenverteidiger noch nicht eingepreist, Mittelstädts derzeitiger Vertrag stammt aus gänzlich anderen Zeiten.

Zur Erinnerung: Als der Linksfuß im Juni 2023 nur wenige Tage nach der erfolgreichen VfB-Relegation gegen den Hamburger SV für eine halbe Million Euro nach Bad Cannstatt kam, wechselte er von einem Bundesliga-Absteiger (Hertha BSC) zu einem Fast-Absteiger (VfB) und war zudem kein fester Stammspieler in der Hauptstadt gewesen. Selbst inklusive Prämien liegt sein momentanes Gehalt unterhalb der Zwei-Millionen-Marke und damit im Mittelfeld des Stuttgarter Gehaltsgefüges.

Gute Erinnerungen an Freiburg

Inzwischen sind die Voraussetzungen jedoch völlig andere als nach dem steilen Aufstieg in der Vorsaison: Im November 2023 wurde Mittelstädt Stammkraft auf der linken Abwehrseite des VfB, im März Nationalspieler, im Mai schließlich deutscher Vizemeister. Nicht die schlechteste Verhandlungsposition für den Linksfuß mit dem großen Offensivdrang, der zugleich auch mehrfach seine Zufriedenheit in Stuttgart betont hat.

Die Chancen stehen also nicht schlecht für eine Einigung, mit der sich der 27-Jährige in eine Liste von längerfristig gebundenen VfB-Profis einreihen würde: Bis auf den aus München ausgeliehenen Torhüter Alexander Nübel, Rechtsverteidiger Pascal Stenzel und eben Mittelstädt verfügen alle Startelf-Spieler vom vergangenen Wochenende über Arbeitspapiere bis mindestens 2027. Dass das keinen Verbleib garantiert, hat man in Stuttgart in diesem Sommer durch die Abgänge von einigen Stammspielern erfahren. Dass langfristig laufende Verträge aber zugleich eine finanzielle Kompensation im Fall eines Wechsels und damit ein Stück weit Planungssicherheit gewährleisten, ist ebenso klar.

All das wird den VfB in Zukunft beschäftigen. Die Gegenwart heißt allerdings zunächst SC Freiburg, bei dem die Stuttgarter am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Liveticker) mit einem Auswärtsspiel in die Bundesliga-Saison einsteigen. Und gerade Maximilian Mittelstädt wird die Reise mit guten Erinnerungen antreten: Im Breisgau gelang dem 27-Jährigen schließlich im Februar beim 3:1-Auswärtserfolg sein erstes Pflichtspiel-Tor für den VfB.

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