Eine Scheune brennt nieder, in einem Silo kommt es zu einer Explosion. Der Brand in Remseck-Aldingen (Kreis Ludwigsburg) löste einen Großeinsatz der Feuerwehr aus.

Volontäre: Frederik Herrmann (hef)

Ein Feuer hat am Montagmittag einen Großeinsatz der Feuerwehr in Aldingen, einem Stadtteil von Remseck am Neckar, ausgelöst. Die Scheune eines Aussiedlerhofs im Brunnenweg stand in Flammen. Eine dichte Rauchwolke stieg auf und war im gesamten Kreis zu erkennen – selbst im knapp 20 Kilometer entfernten Gerlingen konnte man den schwarzen Rauch sehen, berichtet eine Augenzeugin.

 

Nachdem um 12.50 Uhr ein Notruf bei der Polizei in Ludwigsburg eingegangen war, rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot an. Insgesamt waren 200 Einsatzkräfte mit 59 Fahrzeugen im Einsatz. Als Matthias Häußler, stellvertretender Kreisbrandmeister, an der Brandstelle eintraf, stand die Scheune bereits in Vollbrand. „In der Lagerhalle brannten mehrere Holzkutschen, Kraftfahrzeuge sowie landwirtschaftliche Maschinen“, schildert er die Situation.

Feuerwehr warnte Bevölkerung vor gesundheitsschädlichem Rauch

Der starke Rauch sei auch gesundheitsschädigend für die Bevölkerung gewesen, deshalb habe der stellvertretender Kreisbrandmeister zügig über Rundfunk und die Warn-App Nina die Bevölkerung aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Klimaanlagen auszuschalten, um sich vor der starken Rauchentwicklung zu schützen.

Staubexplosion im Silo

Kurz darauf kam es zu einer Explosion: Drei an die Lagerhalle angrenzende Silos hatten ebenfalls Feuer gefangen. In einem von ihnen entzündeten sich gelagerte Stoffe, möglicherweise Mehl, Staub oder Getreide, und brannten explosionsartig ab, wie Häußler berichtet. Die Silos standen allerdings in Richtung eines Feldwegs, sodass die Explosion nicht dazu führte, dass sich das Feuer weiter ausbreiten konnte.

Die brennende Scheune war nicht mehr zu retten. Es bestand jedoch die Gefahr, dass die Flammen auf ein benachbartes Wohnhaus und einen Pferdestall übergreifen könnten. „Die mussten wir schützen“, so Häußler. Eine ausgetrocknete Hecke drohte, Feuer zu fangen. Die Feuerwehr benetzte sie rechtzeitig mit Wasser und konnte so ein Übergreifen verhindern.

Verletzt wurde niemand, Sachschaden in Millionenhöhe

Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Auch Tiere kamen nicht zu Schaden. Pferde, die während des Feuers auf einer angrenzenden Koppel grasten, wurden in Sicherheit nach Oßweil gebracht.

Der Einsatz dauerte bis 17 Uhr. Um sicherzugehen, dass das Feuer vollständig gelöscht war und keine Glutnester erneut aufflammten, blieben einzelne Feuerwehrleute bis 22 Uhr vor Ort.

Zurück blieb ein völlig abgebranntes Gebäude. Der entstandene Sachschaden sei erheblich: Die Scheune und mehrere Fahrzeuge wurden zerstört, darunter zwei Mähdrescher und eine größere landwirtschaftliche Maschine. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund eine Million Euro.

Wie es zu dem Brand auf dem Hof kommen konnte, ist bislang unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Sie bittet Zeugen, die Hinweise zur Entstehung des Feuers geben können, sich beim Polizeiposten Remseck am Neckar unter Telefon 07146/28082-0 oder per E-Mail an kornwestheim.prev@polizei.bwl.de zu melden.