Ausstellung des Vereins „Schwabenstein“ in Feuerbach Eine Welt ganz aus Lego-Steinen

Von Susanne Müller-Baji 

Der Verein „Schwabenstein 2x4” präsentiert in der Stadtteilbibliothek Feuerbach
bis zum 9. November kunterbunte Lego-Welten und lädt die Besucher zum Bauen ein.

Bis eine derartige Stadt aus Lego-Steinen entsteht, dauert es schon etwas. Foto: Müller-Baji
Bis eine derartige Stadt aus Lego-Steinen entsteht, dauert es schon etwas. Foto: Müller-Baji

Feuerbach - Genopptes buntes Plastik – das ist der Kunststoff, aus dem die Träume sind. Der Stuttgarter Verein „Schwabenstein 2x4“ zeigt in der Stadtteilbibliothek, welche Welten mit Fantasie und noch mehr Geduld aus Lego entstehen können. Während man früher mit Lego bestenfalls im rechten Winkel bauen konnte, lassen die Mitglieder von „Schwabenstein 2x4 e. V.“ heute sogar ein üppiges Korallenriff daraus entstehen. Möglich machen das zahlreiche Sondersteinchen – und natürlich jede Menge Einfallsreichtum. „Schauen Sie mal, wie aus Handbürstchen Wasserpflanzen werden“, kann sich auch die stellvertretende Büchereileiterin Corinna Oswald beim Rundgang begeistern.

Städtebau im kleinen Maßstab

Und mehr noch entdeckt man: Ganze Metropolen sind hier entstanden, nur nennt sich dieses Genre nun „Microscale“, also quasi Städtebau im kleinen Maßstab. Auch für Fans des Spieleklassikers „Cathedral“ ist gesorgt: Dabei musste man einst im Wechsel eine verwinkelte, mittelalterliche Stadt um eine Kathedrale herum wachsen lassen. In der Bücherei gibt es gleich mehrere Lego-Fassungen sowie eine intergalaktische Version des „Drei gewinnt“-Spiels.

„Intergalaktisch“ bringt einen auch auf die Fährte: Während die Anhänger von Star Trek, die so genannten Trekkies, sich ihre eigene Galaxie erschaffen und fließend klingonisch sprechen, verhält es sich bei Lego-Fans offenbar nicht viel anders: Auf der Webseite www.schwabenstein.com gibt es als Übersetzungshilfe gar ein Glossar: „AFOL“ steht für „Adult Fan of Lego“, also für den erwachsenen Lego-Fan. „Dark Ages“ ist die Phase der Pubertät, in der man zu cool für Lego war: „Werden auch gern beendet, wenn der Betroffene eine Familie und sich seiner vergessenen Bestände auf dem Dachboden erinnert“, ist auf der Homepage zu lesen.

Mehr als nur Zeitvertreib

Dass Lego für „AFOLs“ mehr ist als Zeitvertreib, zeigt sich auch in den in den ausliegenden Erklärungen, die besonders auf die jungen Besucher ausgerichtet sind: „Findest Du das Polizeipräsidium. Die beiden Bahnhöfe? Wo könnte die ‚Liederhalle“ sein?“, fragt „Schwabenstein“ und macht den Rundgang zum Erlebnis. Dazu gibt es Hintergrundwissen, von den technischen Daten des nachgebauten Porsches über den Wert seltener Lego-Figuren bis hin zur Bauzeit: „Wenige intensive Tage im Winter 2016/17“, gibt Erbauer „Zypper“ in seinem Stadtmodell an. Man kann sich nur ausmalen, wie „intensiv“ das gewesen sein muss. Kein Wunder, dass auf einem Ausstellungsstück auch die Inschrift „Lustvolles Graben im Bunt“ zu lesen ist. Das tollste Exponat hält sich farblich aber eher bedeckt: Das Modell eines auf einem Zwillingsfelsen kauernden orthodoxen Klosters könnte in der Tat dazu führen, dass man sich der eigenen Lego-Bestände auf dem Dachboden besinnt.

Info Die Lego-Welten in der Stadtteilbibliothek im Burgenlandzentrum, St. Pöltener Straße 29, sind bis 9. November zu sehen. Geöffnet ist in den Sommerferien dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 10 bis 13 Uhr. Bis 8. September bleibt die Bücherei samstags geschlossen.

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